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Marti Samira · Nationalrat · 2019-09-26

Marti Samira · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion · 2019-09-26

Wortprotokoll

Laut internationalen Studien weisen schwule, lesbische und bisexuelle Menschen, allen voran die Frauen, einen schlechteren Gesundheitszustand im Vergleich zur Restbevölkerung auf. Man erkennt Unterschiede einerseits beim Zugang zu Pflegeinstitutionen, aber auch in Bereichen des Substanzmissbrauchs, der Gesundheitsprävention und der sexuellen und psychischen Gesundheit. Das ist kein Zufall, sondern eine direkte Auswirkung der strukturellen Diskriminierung, mit der sexuelle Minderheiten in unserer Gesellschaft konfrontiert sind. Doch wie ist eigentlich die Situation in der Schweiz? Wir können es nur vermuten. Wir können davon ausgehen, dass sich die Situation in der Schweiz nicht fundamental vom Ausland unterscheidet. Zahlen und Fakten haben wir aber keine - und darum geht es mir bei diesem Postulat.

Zwar enthält die Schweizerische Gesundheitsbefragung des BFS seit 2007 bereits Fragen zum Sexualverhalten, um eben Personen mit gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern zu eruieren. Diese Daten wurden aber bisher noch nie unter dieser Perspektive ausgewertet und analysiert. Dies verlangt mein Postulat: Auf der Grundlage der bestehenden Datensammlungen soll mittels einer umfassenden Analyse dieser Erhebungen und unter Berücksichtigung möglicher weiterer nationaler Datenbanken endlich eine Faktenbasis für die Schweiz geschaffen werden.

Nun fragen sich vielleicht einige, warum ich nur von lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen spreche und nicht auch von Transgender. Die Antwort ist einfach: Seit 2007 wird nämlich die sexuelle Orientierung erfasst, die Geschlechtsidentität jedoch nicht. Darum ist es mit den bestehenden Daten eben auch gar nicht möglich, Datenanalysen zur gesundheitlichen Chancengleichheit für Transmenschen in der Schweiz durchzuführen. Eigentlich sollte der Fragebogen der Gesundheitsbefragung schon seit 2017 auch spezifische Fragen zur Geschlechtsidentität enthalten, aber das ist bis jetzt nicht der Fall.

Der Bundesrat empfiehlt mein Postulat 19.3064, "Vergleichender Bericht über die Gesundheit von LGB", zur Annahme. Er ist bereit, die bestehenden Zahlen zu analysieren und, wenn notwendig, auch weitere Datensätze hinzuzuziehen.

Ich bitte Sie deshalb, mein Postulat zu unterstützen. [PAGE 1899]