Rieder Beat · Ständerat · 2020-06-04
Rieder Beat · Ständerat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2020-06-04
Wortprotokoll
Das letzte Votum von Kollege Germann hat mich herausgefordert, weil er eigentlich einige wichtige Themen anspricht. Ich war Gemeindepräsident einer kleinen Berggemeinde, die an dieser Emissionszentrale beteiligt war. Bei einer Emission, in der eine Gemeinde - über dem Berg - (Heiterkeit) ausfiel, musste ich als Gemeindepräsident von Wiler damals aus Solidarität mit dieser anderen Gemeinde 200[NB]000 Franken einzahlen. Das kann man so oder so sehen. Solidarbürgschaften haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie, wenn sie gezogen werden, schmerzhaft sind. Es gibt den alten Spruch der Notare: Bürgen heisst Würgen! Wir kommen ja dann beim Postulat, das ich vertreten werde, noch darauf zu sprechen.
Hier hatte die Finanzkommission zu beurteilen: Sind diese Kredite, die wir dem Profi-Sport geben wollen, gut abgesichert? Ich muss Ihnen sagen, sie sind bestens abgesichert - im Gegensatz zu anderen Krediten, die wir auch gesprochen haben, und im Gegensatz zu A-Fonds-perdu-Beiträgen, die wir in weiten Bereichen auch gesprochen haben. Es kann nicht so sein, dass der Präsident unserer Finanzkommission hier als Einziger vor Ihnen steht und sagt: Wir stehen dafür ein. Das war vielmehr ein Mehrheitsbeschluss der Finanzkommission - berechtigt und gefasst aus finanzpolitischen Überlegungen. Hinter den sportpolitischen Überlegungen steht eine andere Sicht der Dinge.
Ich glaube nicht, dass die Solidarität unter den Präsidenten der Schweizer Fussballclubs sehr gross ist. (Heiterkeit) Das ist aber nicht das Problem der Finanzkommission. Die Kredite sind à prendre ou à laisser, und die Bedingungen stellt der Staat, nicht die Clubs. Als ich nach dem Beschluss der Finanzkommission rausgegangen bin und in den Zeitungen gelesen habe, diese Bedingungen seien unzumutbar, wir müssten das noch einmal verhandeln, habe ich gesagt: Wer ist jetzt hier die Regierung? Sind es die Präsidenten der Schweizer Profi-Clubs, oder ist das Herr Bundesrat Maurer? Ja, ich bin der Meinung, die Regierung sitzt hier, und sie stellt die Bedingungen, und anschliessend können dann die Clubs entscheiden, ob sie die Kredite nehmen oder nicht nehmen wollen.
Wenn Sie dem Antrag Würth zustimmen, dann steht dort eine Null und nicht eine Zahl - eine Null! Dann müssen die Clubs entscheiden, ob sie die Liga beim Konkurs einzelner Clubs zu viert weiterführen wollen oder nicht. Ja, das können sie dann selbst entscheiden.
Mir geht es eigentlich um folgenden Punkt, deshalb stehe ich für diesen Kredit ein; Herr Kollege Kuprecht hat den Punkt erwähnt: Diese Kredite machen einen Link zum Nachwuchs; mir geht es um den Nachwuchs. Die Profi-Clubs dürfen bei Bezug dieser Kredite den Nachwuchs nicht vernachlässigen. Wir sind angewiesen auf diesen Nachwuchs, ohne Nachwuchs gibt es keinen Profi-Fussball, kein Profi-Eishockey in der Schweiz. Daher bitte ich Sie, die Kredite zu genehmigen. Ob dann die Verordnung nicht noch angepasst und ob nicht noch schlauere Modelle entwickelt werden können, lasse ich hier mal offen.