Atici Mustafa · Nationalrat · 2020-09-08
Atici Mustafa · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-09-08
Wortprotokoll
Gerne möchte ich meinen Antrag kurz begründen. Die Mobilität der jungen Studierenden und Berufsleute ist ein wichtiger Teil ihrer Ausbildung. Die internationalen Erfahrungen unserer Jungen, der Aufenthalt der Studierenden in Europa und auf der ganzen Welt sowie die institutionelle Zusammenarbeit haben viele Vorteile für den Bildungsstandort und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Sie bedeuten eine Stärkung der Wirtschaft. Forschung und Bildung sind wichtige Motoren für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Unser Wohlstand und die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Schweiz sind klar an diesen Austausch gekoppelt. Die Mobilität leistet einen wichtigen Beitrag zu zukünftigen Beschäftigungsmöglichkeiten für die jungen Menschen und ist für ihren Lebenslauf ein bedeutender Vorteil. Die Mobilität entspricht auch einer Forderung aus dem Arbeitsmarkt.
Die fehlende Assoziierung an das europäische Mobilitätsprogramm Erasmus plus bringt für die Schweizer Hochschulen starke Einschränkungen mit sich. Dennoch nimmt die internationale Mobilität zu. Es ist für die jungen Menschen im Hinblick auf ihr späteres Arbeitsleben wichtig, sich einen deutlichen Vorteil zu verschaffen, nicht nur für den Bereich der Hochschulen, sondern auch für andere Bereiche. Für die Bereiche Berufsbildung, Schulbildung, Erwachsenenbildung [PAGE 1278] und für Jugendorganisationen ist Mobilität von grosser Bedeutung.
2019 finanzierte die nationale Agentur Movetia fast 14[NB]000 internationale Mobilitäten mit insgesamt 36 Millionen Franken. Das bedeutet eine Steigerung von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2020 ist der geplante Betrag von rund 38 Millionen Franken angesichts der bisher eingereichten Gesuche kaum ausreichend. Ohne den Corona-bedingten Ausfall der Mobilität wäre im Jahr 2020 wahrscheinlich die Marke von 16[NB]000 Personen erreicht worden.
Wir sind nun in der Phase eines nachhaltigen Wachstums, national und international, von durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr. Wir sollten diese Entwicklung auf keinen Fall bremsen. Der Bundesrat spricht in seiner Botschaft von seinen ambitionierten Zielen beim Austausch und bei der Mobilität. Es ist von einem angepeilten Zuwachs von 6 Prozent die Rede, aber es ist kein Wachstum bei den nachstehenden Mitteln vorgesehen. Mit den vorgesehenen 198,9 Millionen Franken kann die steigende Mobilität bis 2024 nicht finanziert werden. Um diese zu finanzieren und den Jugendlichen in Hochschulen, Berufsschulen und Jugendverbänden eine ausreichende Mobilität zu gewähren, sind eigentlich zusätzlich 80 Millionen Franken notwendig.
Daher ist eine Erhöhung um 41,1 Millionen Franken nur eine logische Konsequenz. Mobilität und internationale Zusammenarbeit gehören heute zur Ausbildung, wie die Hefe in den Teig gehört. Ohne ausreichend Hefe geht der Teig nicht auf. Die bestehende Dynamik wird mit den zusätzlichen Mitteln aufrechterhalten, und es ist auch ein angemessener Beitrag, der nicht über das Ziel hinausschiesst.
Aus diesen Gründen bitte ich Sie um Unterstützung dieses Minderheitsantrages.