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preparatory:AB 266768

Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2020-09-10

Wortprotokoll

Sie haben es gehört: 130 Millionen Franken beantragen wir Ihnen für eine zweite Etappe von Büroräumlichkeiten am Guisanplatz auf dem ehemaligen Areal des Zeughauses und der Armee. Das ist eine weitere Etappe im Rahmen des Unterbringungskonzeptes 2024. Wir haben ein Konzept, Büroarbeitsplätze in Bern unterzubringen, mit dem Ziel, Kosten zu sparen, indem wir aus Mietobjekten ausziehen und in eigene Liegenschaften ziehen. Diese eigenen Liegenschaften sollen gemäss den neuesten Standards in Bezug auf Energie und Umwelt gebaut werden. Die ersten Etappen sind gut gelungen. Die Räumlichkeiten sind bezogen, und mit dieser zweiten Etappe führen wir insbesondere die Armee zusammen, die im Moment an neun verschiedenen Standorten untergebracht ist und dann zusammengeführt werden kann. Das ist ein Projekt, das aus unserer Sicht unproblematisch ist, das schon lange so aufgegleist wurde und jetzt vor der Realisierung steht. Aus unserer Sicht besteht hier auch keine politische Brisanz irgendwelcher Art, sondern wir führen das zusammen.

Wir prüfen den Bau von Büroräumlichkeiten auch im Zusammenhang mit Homeoffice, mit Coworking. Wir gehen davon aus, dass wir nicht mehr für hundert Prozent der Leute Büroarbeitsplätze zur Verfügung stellen, weil sie eben zuhause arbeiten oder unterwegs sind. Je nach Bundesamt wird in Zukunft der Anteil der Arbeitsplätze, die wir zur Verfügung stellen, wahrscheinlich zwischen 60 und 80 Prozent liegen. Das heisst auch, dass es immer weniger oder keine persönlichen Arbeitsplätze mehr gibt, sondern Desk-Sharing. Man setzt sich da hin, wo man freien Platz hat. Das läuft bereits, insbesondere in Zollikofen beim Bundesamt für Informatik, aber mit diesen Neubauten schlagen wir diesen Weg weiter ein. Wir gehören damit zu den Betrieben auf dem Platz Bern, die modernste Büroräumlichkeiten zur Verfügung stellen, auch gekoppelt mit entsprechenden Arbeitsplätzen, die eben mehr sind als ein Pult irgendwo. Diese 130 Millionen Franken sind aus unserer Sicht unproblematisch.

Zu Posieux muss ich festhalten: Die Diskussion über die Agrarforschung hat bereits 2011 begonnen. Damals haben wir die Zusammenführung von Agroscope-Einheiten, von Posieux und Köniz-Liebefeld nach Posieux beschlossen. Dann ging eine grössere Diskussion los, zusammen mit den Kantonen, auch im Parlament, mit Motionen: Wo sind in Zukunft Arbeitsplätze? Wie soll die landwirtschaftliche Forschung[NB]gestaltet werden? Wir mischen hier als Departement nicht mit, sondern wir bauen dann das, was beschlossen wurde.

In diesem Zusammenhang hat ja der Wettstreit unter den Kantonen eine Rolle gespielt. Der Kanton Freiburg hat dann offeriert, dass er das Gebäude in Posieux ausbauen würde und wir es dann mieten könnten. Der Kredit von 153,2 Millionen Franken beinhaltet dann, so wie es Frau Herzog ausgeführt hat, die Miete dieses Gebäudes, das der Kanton Freiburg erstellt, für 25 Jahre. Wir mieten also dieses Gebäude. Das war die Offerte, um Arbeitsplätze zu behalten. Das war am Schluss mehrheitsfähig.

Die Miete für diese 25 Jahre beträgt 138,8 Millionen Franken. Wir müssen Ihnen das beantragen. Das wird dann auf diese 25 Jahre verteilt. Wir haben Ihnen bereits einmal in der Immobilienbotschaft 2015 eine Miete von 77,6 Millionen Franken beantragt. Dieser Betrag wurde nie gebraucht, er verfällt also. Sie haben einen Betrag bewilligt, den wir jetzt mit null abrechnen. Das ist quasi der Ersatz für das damalige Projekt, weil inzwischen diese ganze Diskussion über die bestehenden und zukünftigen Standorte der Agrarforschung stattgefunden hat. Diese 77,6 Millionen aus dem Jahr 2015 verfallen also.

Dann kommen 14,4 Millionen für die Erstausstattung des Laboratoriums dazu. Die landwirtschaftliche Forschung wird bei den Labors ebenfalls zusammengezogen. Man erwartet davon eine höhere Effizienz, so wie wir das in all diesen Diskussionen mit Ihnen besprochen haben. Damit machen wir einen wichtigen Schritt hin zur Konzentration der landwirtschaftlichen Forschung in Posieux mit Aussenstationen am Reckenholz in Zürich und in Changins. Das ist dieses Konzept, das wir jetzt mit dieser Etappe wirklich einen ersten Schritt weiterbringen. So wie die ganze Diskussion gelaufen ist, hat man diese Mehrheit mit den Kantonen, mit der Landwirtschaft, mit der Forschung und mit den Arbeitnehmenden gefunden. Wir erwarten von dieser Konzentration eine höhere Synergie [PAGE 755] einerseits und eine bessere Leistung der Forschungstätigkeit andererseits.

Der dritte Kredit, Immobilienvorhaben, ist ein Betrag von 175 Millionen Franken. Hier möchte ich vielleicht einfach in Erinnerung rufen: Das BBL, also die zivile Bundesverwaltung, hat 2694 Bauobjekte, die unterhalten werden müssen, 1810 Grundstücke mit einem Anschaffungswert von 7,3 bzw. 1,9 Milliarden Franken. Diese 175 Millionen betreffen Bauten, Reparaturen, Unterhalt im Umfang von jeweils unter 10 Millionen Franken. Das ist das, was Sie dann vielleicht sehen: Die Poller vor dem Eingang des Bundeshauses werden aus diesem Kredit bezahlt. Hier führen wir die entsprechende Buchhaltung. Sie können diese Details jeweils dann auch in der Finanzkommission einsehen.

Das ist etwa der Betrag, den wir brauchen, um unsere Liegenschaften in Schuss zu halten, wenn man dem so sagen kann. Wir haben ja auch denkmalgeschützte Liegenschaften, die einen etwas höheren Unterhalt bedingen als die Neubauten. Mit diesem Mix von knapp 2 Prozent des Immobilienwertes für den Unterhalt liegen wir innerhalb der Werte der Branche.

Zusammenfassend bitte ich Sie, diese 458,2 Millionen Franken zu bewilligen. Einerseits betrifft das den Neubau in Bern und andererseits die Miete und die Erstausstattung des Laborneubaus in Posieux sowie weitere Immobilienvorhaben, die immer noch 175 Millionen Franken ausmachen.