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Reimann Maximilian · Ständerat · 2002-09-18

Reimann Maximilian · Ständerat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-09-18

Wortprotokoll

Ich habe volles Verständnis dafür, wenn sich unsere beiden Zürcher Ratskollegen für eine zügige Realisierung - vor allem des Neubauprojektes - einsetzen. Aber ebenso habe ich für den Bundesrat Verständnis, wenn er aus finanzpolitischen Überlegungen den Zeitplan für die Realisierung etwas zu erstrecken gedenkt.

Auch ich stehe selbstverständlich hinter den Bemühungen des Landesmuseums, wie es Frau Spoerry so treffend gesagt hat, ein "Gedächtnis der Schweiz" zu sein und es auch bleiben zu wollen. Ich habe aber gewisse Zweifel in Bezug auf den Weg, der heute in Zürich beschritten wird. Deshalb nutze ich auch zu etwas vorgerückter Stunde noch die Diskussion, kurz ein grundsätzliches Thema in dieser Hinsicht anzuschneiden.

Das Landesmuseum Zürich ist in jüngerer Vergangenheit dazu übergegangen, vermehrt fremdes Sammelgut für Sonderausstellungen zu beschaffen. Dagegen habe ich nichts einzuwenden, vorausgesetzt, diese Beschaffung erfolgt nicht zu überhöhten Preisen und führt nicht dazu, eigene Sammelbestände zu vernachlässigen, im Keller liegen zu lassen oder vielleicht im schlimmsten Fall gar verkümmern zu lassen.

Deshalb meine ich, Frau Bundesrätin, sollte sich die uns vom Bundesrat in Ziffer 2 seiner Antwort zur Interpellation Spoerry für die nächste Legislaturperiode in Aussicht gestellte Sonderbotschaft nicht nur mit der Erweiterung des Landesmuseums, sondern auch mit der inhaltlich-musealen Komponente angemessen befassen. Wir sollten uns nebst dem Bauvorhaben auch mit der künftigen Gesamtkonzeption der Musée-Suisse-Gruppe befassen können, mindestens informationshalber.

Die Dauerausstellungen als "Gedächtnis der Schweiz" einerseits und die wechselnden und oft sehr teuer eingekauften Sonderausstellungen anderseits sollten in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen; das Pendel sollte nicht kontinuierlich in Richtung Sonderausstellung verschoben werden.

Frau Bundesrätin, ich wäre froh, wenn die Landesregierung diesem Anliegen in der erwähnten Sonderbotschaft eine gebührende Aufmerksamkeit schenken würde - alles natürlich auch im Lichte des künftigen Betriebsbudgets der Musée-Suisse-Gruppe.

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