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Hefti Thomas · Ständerat · 2020-09-16

Hefti Thomas · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion · 2020-09-16

Wortprotokoll

Honig ist gut - so steht es nicht nur in der Bibel, in den Sprüchen, Kapitel 24 Vers 13. Es ist auch meine persönliche Empfindung und sicher diejenige vieler anderer Menschen auch. Es gilt aber auch "More than Honey". So ist die Sauerbrut und deren Bekämpfung etwas Wichtiges.

Ich danke dem Bundesrat für die rasche Beantwortung meiner Fragen. Allerdings möchte ich anfügen, dass etwas mehr Zeit und vielleicht auch etwas weniger Vorstösse unsererseits möglicherweise zu fundierteren Antworten geführt hätten. Zwei Beispiele:[GZ]

1.[NB]Auf die Frage, ob es Erklärungen dafür gebe, weshalb die Westschweiz oder das Tessin in den letzten Jahren offenbar von Sauerbrutfällen verschont geblieben seien, wird einfach auf den möglicherweise geringen Austausch von Material und Bienenvölkern zwischen den Sprachregionen verwiesen. Das mag für die italienischen und deutschen Sprachregionen hoch oben am Gotthard zutreffen, aber für die Sprachgrenze zwischen der Deutsch- und Westschweiz in den Kantonen Bern, Waadt und Freiburg, die oft durch Wiesen und Felder verläuft, mache ich dazu ein Fragezeichen.

2.[NB]Die Situation in Österreich und Deutschland sei nicht vergleichbar mit derjenigen in der Schweiz. Ist denn das Gebiet jenseits der Schweizer Grenze gegen Österreich im St. Galler Rheintal oder gegen Baden-Württemberg im Kanton Schaffhausen so anders als diesseits in der Schweiz? Da hätte ich gerne etwas mehr erfahren, und mit Agroscope hat der Bund die Möglichkeit, auf eine qualifizierte Bienenforschung zurückzugreifen. Falls Spezialisten von Agroscope zur Beantwortung dieser Interpellation beigezogen wurden, hätte ich etwas tiefschürfendere Antworten erwartet.

Zum Schluss: In der ersten Antwort steht der Satz: "Eine Ausrottung der Seuche ist angesichts der langen Lebensdauer der resistenten Form des Bakteriums hingegen nicht möglich und damit auch nicht Ziel der Bekämpfungsmassnahmen." Er mutet doch etwas eigenartig an. Was ist denn das Ziel der Bekämpfungsmassnahmen? Müssen tatsächlich immer alle Bienenvölker mit geringem Befall vernichtet werden? Ist das verhältnismässig? Gerade Corona zeigt am Beispiel der Arbeit des Bundesamtes für Gesundheit, dass ein Abwehrdispositiv im Laufe der Zeit Anpassungen erfordern kann oder sogar muss; wieso nicht auch im Falle der Sauerbrutbekämpfung?

Wenn wir uns ein Zentrum wie Agroscope leisten, dann sollten jedenfalls dessen Kapazitäten und Expertisen im Bereich Bienenforschung unbedingt mit einbezogen werden.

In diesem Sinne erkläre ich mich von den Antworten teilweise befriedigt und bedanke mich.