Eymann Christoph · Nationalrat · 2020-09-16
Eymann Christoph · Nationalrat · Basel-Stadt · FDP-Liberale Fraktion · 2020-09-16
Wortprotokoll
Nationale Forschungsprogramme sollen einen Beitrag zur Lösung wichtiger Gegenwartsprobleme leisten. Die Alzheimerkrankheit ist ein Gegenwartsproblem, leider mit düsteren Zukunftsperspektiven. Nach Schätzungen werden 2030 doppelt so viele Menschen wie jetzt an dieser Krankheit leiden. Das BAG hat eine gute Demenzstrategie entwickelt, die allerdings auf den Umgang der Gesellschaft mit dieser Krankheit ausgerichtet ist.
Die Schweizer Hochschulen gehören zu den besten der Welt, die Schweizer Pharmafirmen gehören zu den erfolgreichsten der Welt. Wenn die Hochschulen in einem nationalen Programm mit der forschenden Pharmaindustrie zusammenarbeiten würden, könnte die Forschung ausgeweitet und intensiviert werden. Die Möglichkeit eines Durchbruchs wäre eher gegeben als ohne ein solches Programm. Die medizinischen Fakultäten von Zürich, Bern, Genf, Lausanne und Basel könnten Beiträge leisten, ebenso die ETH. Gelingt es, in der Schweiz Medikamente oder Therapien gegen die Alzheimerkrankheit zu entwickeln, lindert das nicht nur viel Leid, sondern es bringt auch unserer Volkswirtschaft viel. Auch wäre es ein sehr gutes Beispiel für die in Zukunft immer wichtigere Zusammenarbeit zwischen der Grundlagenforschung an den Hochschulen und der Forschung in der Industrie.
Es braucht für dieses Programm keine zusätzlichen Finanzen. Der Topf, aus dem es finanziert würde, besteht im Rahmen der BFI-Gelder. Die bisherigen Anstrengungen, der Bundesrat hat sie aufgezählt, sollen nicht negiert werden, man kann aber noch mehr tun. Wenn wir die Arbeiten intensivieren, dann ist die Chance grösser, dass wir hier einen Durchbruch erreichen. Schaden wird ein solches Programm niemandem, nützen aber sicher. Auch die Schweizerische Alzheimervereinigung unterstützt diesen Vorstoss. Ebenso habe ich von Vertretern der Pharmaindustrie gehört, dass sie zu solchen Kooperationen bereit wären.
Ich bitte Sie, meine Motion anzunehmen.