Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2002-09-24
Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2002-09-24
Wortprotokoll
Ich möchte Herrn Reimann sagen, dass sich der Bundesrat darüber nicht ausgeschwiegen hat, sondern dass in der Interpellationsantwort noch folgender Satz steht: "Er (der Bundesrat) liess sich aber durch den Verwaltungsratspräsidenten der Post über die Geschehnisse orientieren. Gestützt darauf geniesst der Verwaltungsratspräsident der Post nach wie vor das Vertrauen des Bundesrates." Ich will damit sagen: Selbstverständlich haben wir uns im Detail darüber orientiert, was bei Tornos abgelaufen ist. Da muss ich Ihnen sagen, dass das nicht identisch ist mit dem, was zum Teil in den Zeitungen steht. Da gibt es z. B. Unterschiede zwischen CEO und Verwaltungsrat. Aber ich und der Bundesrat finden es nicht richtig, das in der Öffentlichkeit auszubreiten. Aber gestützt darauf, was wir wissen, haben wir das volle Vertrauen in den neuen Verwaltungsratspräsidenten der Post.
Geschehnisse werden natürlich nicht nur bei der Bundesverwaltung, sondern auch in Betrieben durch die Medien zum Teil recht verkürzt und ohne Kenntnisse der wirklichen internen Vorgänge und Verantwortungen geschildert.
Wenn ich mir hier diesen Seufzer noch erlauben darf: Es ist nicht sehr leicht, Mitglieder und schon gar nicht Verwaltungsratspräsidenten für all diese Unternehmungen zu suchen, also für die SBB, die Post oder die SRG, am Anfang war es auch die Swisscom - das ist ein grosser Teil meiner Arbeit. Was mit anderen Leuten passiert, die - obwohl sie von mir noch überhaupt nicht vorgeschlagen wurden - zur Diskussion standen, allenfalls in den Verwaltungsrat eines dieser Unternehmen gewählt zu werden, erschwert die Suche nach Verwaltungsratsmitgliedern ganz enorm. Ich erwähne als Beispiel die "NZZ am Sonntag", welche Namen von gewissen Leuten mit irgendwelchen hämischen Bemerkungen veröffentlicht, nur weil diese, ohne dass sie es wollten, durch andere für ein Mandat angefragt wurden. Das erschwert die Suche ganz enorm, denn öffentlich durch den Kakao gezogen werden will eben niemand freiwillig. Das habe ich Ihnen hier einfach nochmals klagen wollen. Es ist nicht einfach, Leute zu finden. Aber wir glauben, das sei bei der Post jetzt gut aufgegleist, und wir haben das volle Vertrauen.