Leumann-Würsch Helen · Ständerat · 2002-10-02
Leumann-Würsch Helen · Ständerat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-10-02
Wortprotokoll
Das letzte Argument, Bausparverträge bringen nur reichen Leuten etwas, kann ich weder verstehen noch teilen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet der Bausparvertrag begüterten Leuten etwas bringt. Denn wer hat Interesse am Kauf eines Hauses? Eine junge Familie mit Kindern: Dann hat man am meisten von einem Haus mit Garten, und nicht dann, wenn man schon alt ist. Aber wer kann das? Das können entweder junge Leute, die sehr viel geerbt haben, oder die alleroberste Schicht, die extrem hohe Einkommen hat. Aber eine Familie oder ein junges Paar, bei dem beide noch relativ wenig verdienen, kann das entsprechende Kapital, das sie einbringen müssen, um ein Haus zu kaufen oder Eigentum zu erwerben, gar nicht aufbringen, wenn sie nicht geerbt haben. Wie sollten sie auch?
Von daher überzeugt mich das Argument von Herrn Fünfschilling, wonach es Familien oder Leute der unteren Einkommensklasse sind, die vom Bausparvertrag profitieren. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass sich diese Bausparverträge im Ausland einer grossen Beliebtheit erfreuen. Junge Leute können das gesparte Kapital, das sie sich so angehäuft haben, nachher brauchen, um ein Haus zu kaufen. Von daher muss ich sagen, dass es nicht viele andere Instrumente gibt, welche die Förderung von Eigenwohnbedarf für junge Leute oder Menschen mittleren Alters so effizient unterstützen.
Von daher unterstütze ich den Antrag der Minderheit Dettling, denn die Argumente von Hans Fünfschilling haben mich wirklich überzeugt.