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Carobbio Guscetti Marina · Ständerat · 2020-12-15

Carobbio Guscetti Marina · Ständerat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-12-15

Wortprotokoll

Zuerst zu meiner Interessenbindung: Ich bin Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Palliativmedizin, palliative.ch.

Alle Menschen mit schweren fortschreitenden Krankheiten sollen ihr Recht auf ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben bis zum Ende wahrnehmen können. Um dies zu erreichen, soll Palliative Care im Schweizer Gesundheitswesen voll integriert werden und in allen Regionen der Schweiz flächendeckend mit höherer Qualität angeboten werden. Davon überzeugt und gestützt auf den Bericht des Bundesrates zum Postulat 18.3384, schlägt Ihre Kommission einstimmig eine Motion für eine angemessene Finanzierung der Palliative Care vor, welche den Bundesrat beauftragt, unter Einbezug der Kantone die notwendigen gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. So soll eine bedarfsgerechte Behandlung und Betreuung aller Menschen am Lebensende schweizweit gewährleistet werden, und zwar unter Berücksichtigung der allgemeinen und spezialisierten Angebote der Palliative Care in allen Versorgungsbereichen, ambulant, stationär sowie an Schnittstellen.

Der Bericht des Bundesrates wurde aufgrund des Postulates 18.3384 der SGK-S erstellt, das nach der Präsentation des Nationalen Forschungsprogramms 67, "Lebensende", eingereicht worden war. Dazu hatte die Kommission Anhörungen durchgeführt. Im Bericht "Bessere Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende" schlägt der Bundesrat eine Reihe von Massnahmen vor, um die Palliative Care weiter zu fördern. Im Bericht wird aber auch festgehalten, dass die heutigen Strukturen und Leistungsangebote im Bereich Palliative Care nicht ausreichen, um die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen. Angesichts des demografischen Wandels wird die Anzahl der Todesfälle pro Jahr in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich zunehmen. Mit[NB]den[NB]heutigen Strukturen im Gesundheitswesen wird es nicht[NB]möglich sein, die zunehmende Anzahl sterbender[NB]Menschen[NB]sowie ihre Angehörigen angemessen zu betreuen.

Nicht jede Person in der Schweiz hat die gleichen Möglichkeiten, selbst über das eigene Sterben zu bestimmen. Das kann vom Wohnort, von den vorhandenen sozialen Strukturen und von der finanziellen Situation abhängen. Es besteht das Risiko einer neuen Ungleichheit am Lebensende. Insbesondere finanzstarke Personen können ihr Lebensende selbst gestalten, während von Armut betroffene oder vulnerable Gruppen nicht dieselben Möglichkeiten haben.

Es gibt Finanzierungslücken für die allgemeine wie auch für die spezialisierte Palliative Care im Rahmen der Langzeitpflege und der Akutbehandlung im stationären und ambulanten Bereich sowie an den Schnittstellen, die geschlossen werden sollen. So sind zum Beispiel Hospizstrukturen oft von Privatspenden abhängig und unterfinanziert. Mobile palliative Strukturen sind nur in einigen Regionen unseres Landes vorhanden, obwohl sie eine wichtige Unterstützung in der ambulanten Palliativbehandlung, wie zum Beispiel bei der Spitex, ermöglichen. Es gibt Leistungen wie die spirituellen und psychosozialen Leistungen, welche auf Tarifebene ungenügend anerkannt sind.

Auch während der Corona-Pandemie spielt Palliative Care bei der Begleitung und Behandlung von Menschen am Lebensende eine wichtige Rolle. Fachpersonen der Palliative Care sind in den Spitälern, in den Pflegeheimen und im ambulanten Bereich bei der Behandlung und Begleitung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten involviert. Die ersten Erfahrungen von Fachpersonen der Palliative Care sind in den Bericht des Bundesrates eingeflossen, damit daraus Erkenntnisse für die Zukunft abgeleitet werden können. Diese zeigen die Notwendigkeit einer stärkeren Anbindung der Palliative Care im ambulanten Bereich sowie hinsichtlich integrierter Behandlungskonzepte und gezielter Schulungen des Pflegepersonals in Pflegeheimen und Spitex auf. Der Bericht ist daher ein wichtiger Ausgangspunkt, aber er ist nicht der Endpunkt. Es muss noch viel getan werden, um eine qualitativ hochwertige Palliativversorgung für die gesamte Bevölkerung, unabhängig von Herkunft und Einkommen, zu gewährleisten.

C'est dans ce contexte que, le 18 septembre 2020, le Conseil fédéral a approuvé le rapport cité, proposant une série de mesures qui visent à promouvoir les soins palliatifs. Le Conseil fédéral souligne en particulier qu'en Suisse les offres de soins palliatifs doivent être accessibles à tous et toutes, indépendamment du diagnostic posé et de l'endroit où les personnes vivent.

Toutefois, il constate que les offres d'accompagnement et de traitements palliatifs au niveau médical et psychosocial ainsi qu'en matière de soins ne sont pas encore assez ancrées dans le système de santé. Tous les groupes de patients ne peuvent pas accéder à ces offres de la même manière. Les personnes qui ne sont pas atteintes d'un cancer, en particulier, ne bénéficient pas à l'heure actuelle d'un accès suffisant aux soins palliatifs. Il est donc primordial d'améliorer les conditions-cadres. [PAGE 1358]

Tous les patients concernés doivent bénéficier d'un traitement et d'un accompagnement pertinent sur le plan médical et y avoir accès selon leur souhait et leurs besoins spécifiques. Il s'agit de proposer des offres mobiles, ambulatoires, stationnaires, conformément aux besoins et dans toutes les régions. En 2018, 12 pour cent seulement des personnes décédées à l'hôpital ont reçu des traitements complexes relevant de la médecine palliative ou des soins palliatifs spécialisés.

Per attuare le raccomandazioni del Consiglio federale è necessario adeguare e riconoscere meglio il finanziamento delle cure palliative. Questo è ciò che chiedono gli autori della mozione in esame. Chiedono al Consiglio federale, in accordo con i cantoni, di creare le basi legali per garantire che le persone alla fine della loro vita ricevano, in tutta la Svizzera, un trattamento e un'assistenza adeguati alle loro esigenze.

È necessario adottare delle misure per colmare le lacune che sono state individuate nel rapporto del Consiglio federale, per permettere un miglioramento della qualità dell'assistenza e del trattamento delle persone alla fine della loro vita, sia in ambito ospedaliero che ambulatoriale.

Vi invito quindi ad accogliere la mozione della commissione.