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Estermann Yvette · Nationalrat · 2021-03-10

Estermann Yvette · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-03-10

Wortprotokoll

Als ich mich mit meinen Kolleginnen auf die Strasse begeben habe, um Unterschriften für eine Volksinitiative mit einem ähnlich lautenden Titel wie bei meiner Motion zu sammeln, sind uns viele Leute begegnet, die gesagt haben: "Endlich mal ein Modell, das es ermöglicht, die Krankenkassenprämien tief zu halten! Da nimmt man auch einen eingeschränkten Leistungskatalog in Kauf." Weiter sagten sie: "Wissen Sie, wenn wir entscheiden könnten, hätten wir schon längst solch ein Modell. Doch leider treffen diese Entscheidungen Leute, denen es viel zu gut geht, als dass sie verstehen könnten, was es heisst, die[NB]Krankenkassenprämien jeden Monat aus eigener Kraft zu bezahlen."

Ja, wir haben hier zu beraten. Ich bitte Sie, sich vielleicht auch einmal zu überlegen, dass es nicht allen Leuten in diesem Land gleich gut geht. Für diejenigen, die z. B. mit dem Minimum leben, ist gesorgt. Diejenigen, die wohlhabend sind - und ich erlaube mir, zu behaupten, dass wir, die wir hier sitzen, das sind -, haben mit hohen Krankenkassenprämien auch nicht sehr viele Probleme. Diejenigen aber, die am meisten Probleme damit haben, gehören der Mittelschicht an: Das sind mittelständische Leute, Inhaber von kleinen Firmen, Menschen, die in Familienbetrieben arbeiten, die Lehrlinge ausbilden; es sind sehr oft Menschen, die Kinder haben und folglich darauf angewiesen sind, dass diese gute Lehrstellen finden können.

Ja, das ist tragisch. Wir können das hier ändern, haben aber offenbar kein Interesse daran. Ich hoffe, dass Sie sich das gut überlegen und diese Motion unterstützen. Diejenigen, die sich jeden Monat stark mit diesem Thema beschäftigen, würden es sofort ändern. Ja, die Menschen brauchen Lösungen. Sie brauchen sie nicht erst jetzt, sie haben sie schon vorher gebraucht. Aber ich würde sagen, heute sind noch mehr Familien von steigenden Krankenkassenprämien bedroht. Sie wollen eine Lösung, sie wollen keine neue Revision. Es braucht einen Systemwechsel. Ich hoffe, dass Sie das einsehen und sich vielleicht fragen, ob das System so nicht gewollt ist. Irgendeinmal wird es wieder eine Abstimmung zur Einheitskrankenkasse geben. Dann würde ich mich wirklich nicht wundern, wenn diese durchkommt, denn es wird dann schon ein Akt der Verzweiflung sein.

Ich danke Ihnen, wenn Sie sich Gedanken machen und meine Motion unterstützen - vielen Dank und weiterhin einen schönen Nachmittag!