Hegetschweiler Rolf · Nationalrat · 2000-03-21
Hegetschweiler Rolf · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2000-03-21
Wortprotokoll
Mit dem Postulat Baumberger soll der Bundesrat eingeladen werden, das Technorama der Schweiz mit Betriebsbeiträgen in seiner Existenz zu sichern und weiteren Bevölkerungskreisen zugänglich zu machen. Leider lehnt der Bundesrat den Vorstoss auch in der doch nicht sehr verbindlichen Form des Postulates ab. Ich bin über diese Haltung eigentlich sehr überrascht, weil ja auch der Bundesrat immer wieder betont, wie wichtig Bildungsfragen in der heutigen Zeit sind und wie wichtig es ist, gerade unsere Jugend für Bildungsfragen und auch für die Naturwissenschaft zu interessieren.
Das Technorama hat sich seit seiner Eröffnung 1982 zu einem umfassenden naturwissenschaftlich-technischen Experimentierfeld entwickelt und hat sich seither auch neu ausgerichtet. Dieser Wandel zur Bildungsstätte für eine breite Öffentlichkeit wurde weitgehend aus eigener Kraft, mit Betriebsbeiträgen des Kantons Zürich, der Stadt Winterthur und privater Kreise verwirklicht. In einer Zeit, in der Wissenschaft [PAGE 379] und Bildung zentrale Prioritäten sind, wird die im Technorama verkörperte Partnerschaft zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft immer notwendiger. Diese Partnerschaft ist indessen aus finanziellen Gründen - auch die Rezessionsjahre hatten da einen Einfluss - konkret gefährdet. Die immense Aufbauarbeit der vergangenen Jahre kann ohne zusätzliche Unterstützung durch die öffentliche Hand weder aufrechterhalten noch weiterentwickelt und breiten Bevölkerungskreisen zugänglich gemacht werden.
Dank der hohen Qualität, die die internationale Fachwelt dem Technorama in der Ausführung von Ausstellungen und bezüglich der Exponate attestiert, verbindet sich mit der naturwissenschaftlichen Erfahrung auch ein hoher Erlebniswert. Das können sicher alle bestätigen, die schon dort waren. Heute umfasst das Technorama weit über 500 interaktive Experimentierstationen zu verschiedensten Gebieten von Naturwissenschaft und Technik. Als Folge dieser erfolgreichen Museumsführung sind auch die Besucherzahlen über die vergangenen Jahre mit jährlichen Zuwachsraten von 10 Prozent nachhaltig gewachsen. Im letzten Jahr werden es gegen 250 000 Besucher gewesen sein.
Der Bundesrat ist zwar überzeugt, dass das Technorama eine wichtige Rolle für unser Land spielt, lehnt das Postulat aber trotzdem ab. In der Stellungnahme des Bundesrates wird die Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2000-2003 erwähnt, und es wird auch festgehalten, dass eine Unterstützung mit diesen Geldern möglich wäre. Bei Einreichung des Postulates war dieses Konzept noch nicht in Kraft. Es war geplant, dass es auf 1. Januar 2000 in Kraft gesetzt würde und dass ab diesem Zeitpunkt auch Mittel zur Verfügung stünden. Das schreibt der Bundesrat in seiner Stellungnahme. Leider ist das bis heute nicht geschehen. Vielleicht kann Frau Bundesrätin Dreifuss erklären, dass solche Mittel nun fliessen werden.
Der Bundesrat erklärt auch, es könne geprüft werden, ob die Unterstützung des Technoramas auch aufgrund des Forschungsgesetzes möglich wäre. Also besteht auch dort durchaus die Möglichkeit, für das Technorama etwas zu tun. Bestimmt wären es gut investierte Mittel.
Ich habe etwas Mühe damit, dass der Bundesrat beim Technorama eine so zögerliche Haltung an den Tag legt. Wir hier im Rat haben im letzten Jahr das Verkehrshaus der Schweiz nachhaltig unterstützt und auch die Trägerschaft auf eine langfristige Ausrichtung angelegt. Ich glaube, dass das Technorama in Winterthur eine ebenso fundierte und nachhaltige Förderung erwarten darf und verdient.
Ich bitte Sie also, das Postulat zu überweisen und damit Ihre Unterstützung für Bildung und Forschung zu dokumentieren.