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Schaffner Barbara · Nationalrat · 2021-11-30

Schaffner Barbara · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2021-11-30

Wortprotokoll

Gerne gehe ich in der Detailberatung noch auf zwei Punkte näher ein. Zuerst einmal möchte ich Sie an Ihre Schulzeit erinnern. Was bleibt Ihnen da im Gedächtnis haften? Die Tage und Wochen, die Sie im Schulzimmer verbracht haben, oder die speziellen Momente, das Aussergewöhnliche, der Ausflug mit der Klasse in den Zoo, der Museumsbesuch oder eine Wanderung in den Bergen? Es wäre schade, wenn solche speziellen Momente in der Schulkarriere unserer Kinder verhindert würden, weil die Kosten für den Ausflug zu hoch sind. Gerade gestern haben wir ja von unserer neuen Nationalratspräsidentin gehört, dass gemeinsame Erlebnisse aus der Schulzeit bis zu einer gemeinsamen Feier im Nationalratssaal führen können.

Für die Grünliberalen ist wichtig, dass wir hier mit einem relativ kleinen finanziellen Beitrag zwei Anliegen gleichzeitig erfüllen können. Durch die Ausflüge erfahren und erleben unsere Kinder erstens eine Schweiz, die sich vielleicht sprachlich, kulturell oder in anderen Dingen von der Schweiz unterscheidet, die sie tagtäglich sehen und kennen. Dies fördert den Zusammenhalt der verschiedenen Regionen der Schweiz. Zweitens lernen die Kinder den öffentlichen Verkehr kennen und nutzen. Für die Erfüllung dieser beiden Anliegen unterstützen es die Grünliberalen mit der Mehrheit der KVF, dass Unternehmen des öffentlichen Verkehrs verbilligte Angebote für Schul- und Sportanlässe anbieten sollen.

Ich sage noch ein paar Worte zum Minderheitsantrag[NB]I (Bregy). Dieser will ja, wie wir vorhin gehört haben, dass[NB]die[NB]Kosten von geschätzten 20 Millionen Franken, die durch die Verbilligung der Tickets des öffentlichen Verkehrs entstehen, separat vom Bund getragen werden. Die Grünliberalen lehnen diese separate Verrechnung in Anbetracht des kleinen Betrags innerhalb des 2-Milliarden-Topfs als viel zu kompliziert ab.

Ich komme nun noch zu Artikel 17a. Haben Sie schon einmal eine Suchmaschine für Flugverbindungen und Flugtickets verwendet? Innerhalb weniger Sekunden finden Sie damit alle Flugverbindungen, Preise, Reisezeiten, die Anzahl Zwischenlandungen und was Sie sonst noch gerne alles vergleichen würden. Danach werden Sie so weitergeleitet, dass Sie die gesamte Reise buchen können. Ähnliches fehlt für den internationalen Verkehr auf dem Boden komplett. Wenn es um Hauptverbindungen geht, finden Sie vielleicht die eine oder andere App - meistens einer nationalen Bahngesellschaft -, über die Sie einen Reisevorschlag erhalten. Ob Sie diesen Vorschlag dann überhaupt buchen können und dafür noch den besten Preis erhalten, ist damit aber noch lange nicht sichergestellt.

Ein anderes Beispiel aus der Schweiz: Am Wochenende wollte ich ins Klöntal fahren. Normalerweise würde ich die Verbindung auf der SBB-App heraussuchen und dann losfahren. Diesmal hat es nicht geklappt. Die SBB sagten mir dazu: Hoppla, hier fährt nichts, am gewählten Datum steht keine Verbindung zur Verfügung. Dass ausserhalb der Saison kein Postauto mehr ins Klöntal fährt, musste ich selber herausfinden. Eine Lösung hatte ich mit dieser Information auch noch nicht. Viel lieber als diese nichtssagende Meldung wäre mir gewesen, ich hätte einen Lösungsvorschlag erhalten, wie ich trotzdem mindestens einen Teil des Weges mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegen könnte und nicht auf das Auto ausweichen muss. Beispielsweise könnte mir die App vorschlagen, mit dem Zug nach Ziegelbrücke zu fahren und dort dann ein Mobility-Auto zu mieten. Sie könnte mir auch eine Variante vorschlagen, etwa erst in Glarus auf das Mobility-Auto umzusteigen; das wäre dann wohl etwas billiger, dafür würde es etwas länger dauern.

Auch innerhalb des Schweizer Kuchens des öffentlichen Verkehrs gibt es noch Raum für Innovation und mehr Kundenfreundlichkeit im Vertrieb. Das hat unter anderem die privat lancierte App Fairtiq bewiesen. Ihr System für Check-in-check-out-Tickets ist heute in der SBB-App hinterlegt. Die Entwickler sagen jedoch klar, dass die Entwicklung nur in einer Marktsituation und mit der Aussicht auf eine Provision auf den Ticketverkauf möglich war.

Die Grünliberalen wollen mehr solche innovativen Start-ups und bessere Vertriebslösungen für Tickets des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz, im internationalen Verkehr und im multimodalen Verkehr. Wir wollen mehr Markt dort, wo keine direkte Konkurrenz zu den subventionierten Angeboten der Unternehmen des öffentlichen Verkehrs entsteht. Wir wollen einen verbesserten Zugang der Kundschaft zu den Angeboten des öffentlichen Verkehrs und zu multimodalen Verkehrsangeboten. Wir schwärmen nicht nur von der Privatwirtschaft und deren Innovationskraft wie die Sprecher der SVP- und der Mitte-Fraktion, sondern wir schaffen auch die Voraussetzungen dafür.

Deshalb unterstützen wir in Artikel 17a den Minderheitsantrag Wasserfallen Christian. Tun Sie es uns gleich!

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