Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2022-03-08
Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2022-03-08
Wortprotokoll
Es ist so, wie es Herr Ständerat Français gesagt hat. Der mehrtägige Streckenunterbruch auf der Bahnlinie zwischen Lausanne und Genf aufgrund des "trou de Tolochenaz" war keine totale Überraschung, die man sich nie hätte vorstellen können. Der Vorfall hat aber die Verletzlichkeit in einer speziellen Situation gezeigt. Ich habe ja damals die Regierungen der Westschweizer Kantone und auch die Mitglieder der Räte zusammengerufen, damit wir zusammen die Situation anschauen konnten. Wir sind auch bereit, dieses Postulat entgegenzunehmen, denn der Bundesrat ist sich sehr wohl bewusst, wie hoch die Verletzlichkeit ist, wenn keine Redundanz besteht. Ich denke, dass die Zuverlässigkeit bei den Bahnverbindungen gar nicht überschätzt werden kann. Es ist dermassen wichtig, dass man nicht nur die Verbindung hat, sondern dass man sich auch darauf verlassen kann. Der Vorfall hat sehr viel ausgelöst.
Wir würden Ihnen gerne beliebt machen, dass wir die Forderung des Postulates auch im Rahmen der Perspektive Bahn 2050 anschauen bzw. dort aufnehmen. Wie gesagt, ist die Stabilität und Robustheit des Bahnnetzes die Voraussetzung für die Entwicklung des Angebots.
Der Vorschlag, Redundanzen im Netz vorzusehen, wird auch bei den kommenden Ausbauschritten zu behandeln sein. Wenn Sie wieder über Ausbauschritte sprechen, wird auch ein Thema sein, was der Ausbau in Bezug auf die Stabilität des Angebots bedeutet. Dabei sind Überlegungen zu Redundanzen wichtig.
Betriebsstörungen können wir nie ganz ausschliessen; es gibt sie überall in der Schweiz. Es geht Ihnen aber nicht darum. Vielmehr geht es darum, dass ganze Streckenabschnitte plötzlich ausfallen könnten. Ich denke, es ist gut, wenn wir diesem Thema die nötige Aufmerksamkeit schenken. In diesem Sinne nehmen wir das Postulat gerne entgegen.