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Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2022-03-17

Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2022-03-17

Wortprotokoll

Geschätzte Frau Nationalrätin Binder, mich müssen Sie ja nicht speziell für die Attraktivität des Kantons Aargau und insbesondere des Freiamts sensibilisieren.

Ich komme jetzt auf Ihre Motion zu sprechen. Sie möchten mit dieser Motion die Grundlagen schaffen, um die Region Baden ihrer Bedeutung gemäss in die Fahrplangestaltung der SBB und die Gesamtplanung einzubeziehen. Sie wissen es, der Ausbauschritt 2035 der Bahninfrastruktur wurde in einem mehrjährigen und auch partizipativen Planungsprozess erarbeitet. Das sind jeweils sehr aufwendige Arbeiten, die das BAV macht. Das hat sich aber auch sehr bewährt. Dieser Ausbauschritt 2035 wurde im Sommer 2019 hier im Parlament verabschiedet.

Ich glaube, wenn man den Ausbauschritt 2035 anschaut, dann darf man schon sagen, dass der Kanton Aargau und auch die Region Baden mit diesem Ausbauschritt von einem überdurchschnittlichen Angebotsausbau profitieren. Es ist klar, es ist sicher noch nicht alles drin, was Sie sich vorgestellt haben. Der Angebotsausbau ist aber überdurchschnittlich. Die Schnellzugsverbindungen von Baden nach Zürich und nach Aarau werden zu einem Viertelstundentakt ausgebaut, zum Flughafen Zürich wird es neu eine halbstündliche statt eine stündliche Direktverbindung geben, und in Richtung Basel sollen die Züge neu genau halbstündlich statt unregelmässig verkehren. Nach Bern wird anstelle einer stündlichen Direkt- und einer weiteren Umsteigeverbindung pro Stunde ebenfalls ein Viertelstundentakt entstehen, wobei ein einmaliges Umsteigen entweder in Aarau oder in Olten notwendig ist.

Ich verstehe Sie sehr gut: Ich fahre auch viel Bahn, und ich habe auch lieber eine Direktverbindung, als dass ich umsteigen muss. Aber ich denke, am Schluss ist ein dichter Takt auch ein gutes Angebot. Man kann halt vielleicht nicht immer gerade beides haben. Aber ich denke, wenn Sie die verschiedenen Taktverstärkungen anschauen, die hier mit diesem Ausbauschritt vorgesehen sind, dann sehen Sie, dass das beträchtlich ist.

Dass die fehlende Direktverbindung Baden-Bern als Rückschritt aufgefasst wird, verstehe ich. Dieser Kompromiss ist einfach notwendig, um das Angebot im ganzen Kanton attraktiv zu halten. Bei einer Beibehaltung der Direktverbindung zwischen Baden und Bern könnten die vorgesehenen zusätzlichen Züge im Kanton Aargau nicht eingeführt werden, womit der Frieden innerhalb Ihres Kantons wahrscheinlich nicht mehr gegeben wäre.

Noch einmal: In meinen Augen darf man wirklich sagen, dass die Region Baden im Rahmen des Ausbauschrittes 2035 optimal in das nationale Gesamtnetz eingebunden wird, und zwar in alle Richtungen. In diesem Sinne empfehle ich die Motion Binder zur Ablehnung.

Hinzu kommt, dass wir mit diesen Ausbauschritten einem gewissen Rhythmus folgen. Ich kann Ihnen versichern: Mit Sicherheit gibt es noch unzählige andere Vorstellungen davon, was man im nächsten Ausbauschritt auch noch tun könnte - ich sehe, Herr Töngi wird sich gleich bei mir melden. Ich bitte Sie somit, sich an den vorgesehenen Planungsrhythmus zu halten. Ihn in diesem dicht befahrenen Netz überhaupt hinzubekommen, ist ohnehin schon sehr anspruchsvoll, müssen wir doch die Unterhaltsarbeiten auch noch machen.

Von daher bitte ich Sie, hier keine Zwischenschritte zu erzwingen, sondern dann beim nächsten Schritt zu schauen, was in diesem dicht befahrenen Netz überhaupt noch möglich ist.