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Bregy Philipp Matthias · Nationalrat · 2022-05-11

Bregy Philipp Matthias · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2022-05-11

Wortprotokoll

Manchmal überholt die Zeit die Politik. Das ist bei meiner Motion, die zu Beginn der Corona-Zeit entstanden ist, der Fall. Ich werde sie daher zurückziehen.

Aber ich muss schon sagen, geschätzter Herr Bundesrat, ich hätte von der Regierung in diesem Punkt mehr erwartet. Ich hätte erwartet, dass man in dem Zeitpunkt, in dem es der Weinbranche schlecht ging, einen punktuellen Entscheid mit zeitlicher Befristung treffen und so die Branche in diesen zwei schwierigen Corona-Jahren gezielt stützen würde.

Heute muss ich sagen, dass meine Motion, gemeinsam mit anderen Motionen, u. a. der Motion Roduit, immerhin etwas bewirkt hat, nämlich dass die Kommission für Wirtschaft und Abgaben zwischenzeitlich eine eigene Motion auf den Weg [PAGE 771] geschickt hat. Ich sage es Ihnen: Wenn wir in diesem internationalen Markt bestehen wollen, dann brauchen wir eine Unterstützung des Schweizer Weins. Schliesslich wollen wir einheimische Produkte verkaufen.

Für die Corona-Zeit ist es zu spät; für die Zukunft haben wir Chancen. Hier müssen wir uns überlegen - ich gebe Ihnen das gerne mit, Herr Bundesrat -, was wir machen wollen. Müssten wir nicht Regeln schaffen, damit sich ausländische Produzenten zumindest an die gleichen Spielregeln halten müssten wie die schweizerischen? Es kann doch nicht sein, dass wir bei Detailhändlern für Fr. 1.50 Wein kaufen können. Sie sind ursprünglich Weinbauer; ich bin bescheiden und setze sehr viel Hoffnung in Ihre Arbeit. Ich hoffe, dass Sie die Motionen der WAK positiv beantworten werden, und ich hoffe, dass dieses Parlament mit deren Annahme ein klares Zeichen setzt. Denn eines ist klar: Wenn wir qualitativ hochstehende Produkte wollen, wenn wir eigene Produkte wollen, dann braucht es auch eine Förderung der Produktion und des Handels.

In diesem Sinne ziehe ich zwar meine Motion hier schweren Herzens zurück - die Zeit hat sie überholt -, die Frage der Unterstützung der Schweizer Weinbranche ist aber aktueller denn je.