Jositsch Daniel · Ständerat · 2022-05-30
Jositsch Daniel · Ständerat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-05-30
Wortprotokoll
Frau Graf hat ausgeführt, dass es hier um das Cites-Übereinkommen geht, also um ein internationales Abkommen, das gewisse Mindeststandards festlegt. Das Problem dieser Minimalstandards ist, dass sie nicht alles explizit verbieten. Daher kann die Trophäenjagd in vielen [PAGE 263] Staaten legal betrieben werden. Man muss sich einfach vorstellen, und Frau Graf hat das auch beschrieben, was Trophäenjagd ist. Das ist die Jagd auf Wildtiere, einzig und allein mit dem Ziel, das ganze Tier oder Teile davon zu konservieren oder als Trophäe zur Schau zu stellen. Je seltener die Art und je grösser die Hörner, Mähnen oder Stosszähne sind, desto begehrter ist ein Tier als Jagdtrophäe. Es geht also lediglich um das Befriedigen irgendwelcher sportlichen Triebe, die gewisse Leute bei der Jagd haben. Es ist also keine Jagd, die aus einem biologischen, aus einem ernährungstechnischen oder aus sonst einem vertretbaren Interesse stattfinden würde. Vielmehr dient diese Jagd alleine dem Spass am Töten und der Befriedigung eines gewissen sportlichen Ehrgeizes.
Auch in der Schweiz ist das Importieren solcher Produkte verbreitet. Allein zwischen 2010 und 2019 wurden 3185 solcher Trophäen importiert. Man muss sich einfach bewusst sein, dass das, was überall in der Wirtschaft gilt, auch hier gilt: Durch Nachfrage wird Angebot geschaffen. Für solche Trophäenjäger werden im Ausland entsprechend Tiere zur Verfügung gestellt, weil die Nachfrage besteht. Daher, glaube ich, schlägt diese Motion den richtigen Weg ein.
Die Stiftung für das Tier im Recht, in dessen Vorstand ich tätig bin, hat eine unabhängige Umfrage gemacht. Dabei hat sie die Frage gestellt, was die Befragten beschliessen würden, falls sie darüber entscheiden dürften, ob Jagdtrophäen von gefährdeten Tieren weiter in die Schweiz eingeführt werden dürften oder ob die Einfuhr verboten werden sollte. 82 Prozent haben mit "sicher verbieten" und 14 Prozent mit "eher verbieten" geantwortet. Das gibt eine Ablehnungsquote von 96 Prozent der repräsentativ befragten Personen in der Schweiz. Von daher glaube ich, dass die Motion in eine Richtung geht, die auch von der Bevölkerung absolut getragen wird.
Entsprechend ersuche ich Sie, die Motion anzunehmen.