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Graf Maya · Ständerat · 2022-05-30

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2022-05-30

Wortprotokoll

Ich möchte Ihnen im Namen der Minderheit beantragen, diese Motion anzunehmen.

Worüber sprechen wir? Wir sprechen über die Trophäenjagd. Wir sprechen nicht über die regulierte Jagd, wie wir sie in der Schweiz kennen. Ich bin eine Befürworterin der Jagd, wie sie in der Schweiz praktiziert wird, einer Jagd, die durch das Jagdgesetz kontrolliert wird, dem Tierschutzgesetz untersteht und auch hohen ethischen Ansprüchen gerecht werden muss. Aber die Trophäenjagd hat nichts mit der Jagd zu tun, die wir kennen. Trophäenjagd ist die Jagd auf Wildtiere mit dem Ziel, das ganze Tier oder Teile davon zu konservieren und als Trophäe zur Schau zu stellen. Je seltener die Art und je grösser die Hörner, Mähnen oder Stosszähne, desto begehrter ist das Tier. Wenn die Trophäen in die Schweiz eingeführt werden, kann man also nicht davon ausgehen, dass das irgendetwas mit einer Bestandsregulation vor Ort zu tun hat.

Warum ist diese Motion für die Schweiz wichtig? Allein im Jahr 2019 sind 602 solche Trophäen in die Schweiz eingeführt worden. Wenn wir von Trophäen und Tieren sprechen, sprechen wir von Löwen, Elefanten, Nashörnern, Grosshaien und Eisbären. Es sind alles Tiere, die schützenswert sind und gemäss den Anhängen I und II des Cites-Übereinkommens zu schützen sind.

Es wird weiter gesagt, der Jagdtourismus leiste einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Armutsbekämpfung vor Ort. Dem ist nicht so! In einer Studie, die 2013 in der Subsahara gemacht wurde, wird ausreichend dokumentiert, dass die Einnahmen aus der Trophäenjagd nicht in Artenschutzprojekte und auch kaum zur lokalen Bevölkerung fliessen. So stammen nur etwa 1,8 Prozent der gesamten Einnahmen von der Trophäenjagd.

Gemäss dieser Studie können auch die lokalen Gemeinden und das Gewerbe nur von 3 Prozent überhaupt profitieren. Das meiste Geld geht in die Taschen der Veranstalter solcher Trophäenjagden. Sie wissen, das ist ein sehr teures Hobby. Möchten Sie beispielsweise einen Elefanten schiessen, zahlen Sie 50[NB]000 Euro oder 60[NB]000 Franken oder noch mehr. Das Geld geht auch in die Taschen von korrupten Beamten vor Ort. Es kann in keiner Weise davon gesprochen werden, dass durch diese Jagd der Bestand reguliert werde oder dass sie für die lokale Bevölkerung wichtig sei. Vielmehr - und darin ist die Schweiz ja sehr gut - ist es wichtig, die lokale Bevölkerung direkt vor Ort, in den Naturreservaten, zu unterstützen und sie zu befähigen, die Bestandesregulierung selbst durchzuführen. Reiche Jägerinnen und Jäger aus der ganzen Welt, die die Trophäenjagd als teures Hobby betreiben, brauchen sie dafür nicht.

Ich möchte Ihnen dazu auch noch sagen, dass das Cites-Übereinkommen mit diesem Verbot nicht in Gefahr ist. Wie wir wissen, haben auch andere europäische Länder bereits Massnahmen ergriffen, und auch in der EU sind gewisse Arten von der Liste der Tiere gestrichen worden, welche überhaupt als Trophäen eingeführt werden dürfen. Wir würden uns als Schweiz also in guter Gesellschaft wissen, wenn wir sagen würden: Wir wollen keine Trophäenjagd mehr; wir wollen, dass Bestandesregulationen vor Ort auf eine würdevolle, unserem Jagdgesetz entsprechende Art und Weise gemacht, aber nicht als teures und auch grausames Hobby betrieben werden. Denn wir müssen uns vergegenwärtigen, dass meist aus grosser Distanz geschossen wird, manchmal darf man sogar Pfeil und Bogen gebrauchen, um ein solch grosses Tier wie einen Elefanten oder ein Nashorn zu schiessen. Es gibt auch die Hetze mit Hunden.

Auch die Gatterjagd existiert. Hierbei werden Tiere wie Löwen oder Nashörner in Zuchtfarmen aufgezogen und, wenn die Trophäenjägerinnen und Trophäenjäger kommen, freigelassen und zum Abschuss freigegeben. Das wollen wir in der Schweiz nicht. Wir haben unsere Jagdgesetze; wir wissen, wie wir jagen müssen, damit auch die Tiere ihre Würde behalten können. Wir können unseren Teil dazu beitragen, indem wir sagen, dass wir in der Schweiz keine Trophäen mehr wollen, die von Arten nach den Anhängen I bis III des Cites-Übereinkommens stammen.

Ich bitte Sie, die Motion anzunehmen.

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