Brenzikofer Florence · Nationalrat · 2022-09-12
Brenzikofer Florence · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2022-09-12
Wortprotokoll
Das vorliegende Postulat lädt den Bund ein, Kantinen der Bundesbetriebe, der Bundesunternehmen und der verselbstständigten Einheiten dazu anzuhalten, alle Nahrungsmittel, welche in der Schweiz und im grenznahen Ausland erhältlich sind, regional zu beziehen und die saisonale Verwendung von Produkten zu fördern. Dies ist aus mehreren Gründen sinnvoll:
Die Ernährung ist einer der Haupthebel, um den menschengemachten CO2-Ausstoss zu reduzieren. 16 Prozent des CO2-Ausstosses sind auf unsere Ernährung zurückzuführen. Die Verwendung von lokalen und saisonalen Produkten trägt zur Verringerung der Umweltbelastung bei. Zum einen sind lokale Nahrungsmittel aufgrund der kürzeren Transportwege klimafreundlicher. Zum andern werden die lokale Schweizer Landwirtschaft und ihre Wertschöpfung gestärkt. Indem der Bund in den Kantinen konsequent auf eine saisonale Küche mit Schweizer Produkten setzt, geht er im Sinne der Corporate Social Responsibility mit gutem Beispiel voran. Solche Bemühungen stehen zudem im Einklang mit den Grundsätzen des revidierten Beschaffungsrechts, welches sich nicht nur am Preis, sondern auch an anderen Kriterien orientiert. Darüber hinaus entsprechen sie den internationalen Zielen, zu welchen sich die Schweiz bekennt. So ist die Förderung von nachhaltigen Verfahren bei der öffentlichen Beschaffung [PAGE 1374] in Ziel 12.7 der UNO-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankert.
Wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme richtigerweise ausführt, sind im Vermietungs- und Betriebskonzept für Verpflegungsräume des Bundes die Grundsätze zur Ausgestaltung des Angebots festgelegt. Darin sind durchaus positive Punkte enthalten, aber es besteht noch Luft nach oben. Mindestens 25 Prozent der eingesetzten Lebensmittel sollen saisonale und/oder regional hergestellte Produkte sein. Als regional gelten Produkte, welche in einem Umkreis von 50 Kilometern um den jeweiligen Betrieb der Gemeinschaftsgastronomie herum produziert wurden.
Als öffentlicher Beschaffer hat der Bund eine Vorbildrolle. Entsprechend sollen konkrete und ambitiöse Zielwerte als Benchmarks gelten, nach welchen sich die Gastronomiebetriebe richten können.
Dieses Postulat fordert, dass alle erhältlichen lokalen Produkte auch lokal besorgt werden. Zudem sollen bundesnahe Betriebe wie die Post oder die SBB in die Pflicht genommen werden. Einige empirische Beispiele zeigen zudem, dass ein Umstellen der Ernährung in Kantinen langfristig positive Auswirkungen hat. Verantwortlich dafür ist das sogenannte[NB]Nudging, ein Begriff, der das Anschubsen einer positiven Verhaltensänderung meint.
Es geht hier um ein Postulat, mit dem geprüft werden soll, wie Kantinen zukünftig verstärkt angehalten werden können, Nahrungsmittel regional zu beziehen. Es ist eine niederschwellige Forderung, die einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Stützung der lokalen Landwirtschaft leistet.