Cassis Ignazio · Bundesrat · 2022-09-27
Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2022-09-27
Wortprotokoll
Herr Ständerat Caroni und auch der Berichterstatter haben es auf den Punkt gebracht. Ob die Behandlungsfrist dieser Motion verlängert wird oder nicht, ändert nichts an den Bemühungen der Schweiz, die Funktion der Ombudsperson bei der UNO zu stärken. Wir werden das weiterhin tun. Der Bundesrat ist der Meinung, dass das Hauptziel der Motion erreicht worden ist, das wurde auch vom Berichterstatter bereits in Erinnerung gerufen. Aber Sie entscheiden. Die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit im UNO-Sanktionssystem ist für den Bundesrat weiterhin ein grosses Anliegen; das war so, das ist so, und das wird so bleiben.
Wie Sie wissen, setzt sich die Schweiz seit 2005, seit siebzehn Jahren, mit einer Gruppe gleichgesinnter Staaten für eine bessere Beachtung der Menschenrechte im Rahmen von UNO-Sanktionen ein. Eine ihrer grossen Errungenschaften ist die Schaffung des Amtes einer Ombudsperson für [PAGE 932] das UNO-Sanktionsregime gegen die Gruppierungen Islamischer Staat und Al-Kaida im Jahre 2009. Die Institution dieser Ombudsperson funktioniert heute gut. Bisher folgte der zuständige Sanktionsausschuss ausnahmslos allen Empfehlungen der Ombudsperson für die Streichung oder Beibehaltung einer Person auf der Sanktionsliste. Die dreizehn anderen Sanktionsregimes haben jedoch keine Ombudsperson und keinen vergleichbaren Überprüfungsmechanismus. Die Schweiz hat daher letztes Jahr, 2021, mit gleichgesinnten Staaten dem Sicherheitsrat konkrete Vorschläge für die Schaffung eines Überprüfungsmechanismus für andere Sanktionsregimes als dasjenige gegen Al-Kaida unterbreitet. Die Schweiz organisierte im April dieses Jahres ein weiteres Treffen in New York, um die Einrichtung eines unabhängigen Überprüfungsmechanismus auf UNO-Ebene für alle Sanktionsregimes zu thematisieren.
Je rappelle que le manque de protection juridique au niveau de l'ONU a amené des individus et des entités listés à la saisie de tribunaux nationaux et régionaux. Comme l'a rappelé le rapporteur, à la suite d'une procédure contre la Suisse devant la Cour européenne des droits de l'homme, le Tribunal fédéral a confirmé que les individus listés peuvent recourir par voie judiciaire en Suisse. Répétons que l'objectif de la motion est ainsi atteint.
Néanmoins, la Suisse continuera d'oeuvrer, aussi en tant que membre du Conseil de sécurité de l'ONU, pour renforcer cette fonction de bureau de médiateur dans le régime de sanctions ISIS/Al-Qaïda. Cela fait d'ailleurs partie d'une des quatre priorités que nous avons mises en consultation et que vous avez confirmées concernant notre position au sein du Conseil de sécurité de l'ONU.
La Suisse oeuvrera également pour que les propositions faites au Conseil de sécurité en vue d'étendre ce mécanisme ou d'en développer d'autres aux treize autres régimes de sanctions onusiennes trouvent un écho.
Pour le Conseil fédéral, rien ne s'opposerait donc au classement de cette motion.