Zanetti Roberto · Ständerat · 2022-12-13
Zanetti Roberto · Ständerat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-12-13
Wortprotokoll
Ich habe es beim Eintreten erwähnt: Es geht hier um einen Wegweiser, nicht um mehr. Es ist also keine weltbewegende Geschichte. Ich korrigiere meinen Vorredner ungern, aber er hat gesagt, dass die Teilnahme an Tierwohlprogrammen bereits bei etwa 80 bis 90 Prozent liegt. Sie ist sogar noch besser. Wir haben bei den Viechern eine sehr detaillierte Statistik, besser aufgeschlüsselt als bei Kindern bzw. bei Menschen. Die Mastpoulets stammen zu 97,5 Prozent aus besonders tierfreundlichen Stallhaltungen. Das ist wunderbar. In der Rindergattung sind es bei den männlichen Tieren, die über 730 Tage alt sind - das wären dann eher die alten Büffel -, allerdings bloss 64 Prozent. Wir haben da also eine gewisse Manövriermasse.
Was meine Idee hinter diesem Antrag ist, haben wir gehört: Wir wollen an sich unsere Landwirtschaft intensivieren, die Ernährungssicherheit erhöhen oder verbessern. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann das unter Beachtung [PAGE 1283] des Tierwohls machen oder indem man sagt, dass wir einfach nach rein betriebswirtschaftlichen Kriterien investieren. Mein Signal hier wäre eben, dass wir das sehr hohe Tierschutzniveau, das wir in der Schweiz haben, unbedingt halten wollen oder es sogar - ich habe hier "95 Prozent" geschrieben - ein bisschen erhöhen. Beim RAUS-Programm - gemeint ist der regelmässige Auslauf von Tieren - ist man zum Beispiel mit den Milchkühen bereits bei 87 Prozent. Mein Antrag ist keine Riesensache, da wird die Landwirtschaft nicht revolutioniert. So wissen ein junger Bauer und eine junge Bäuerin, die investieren wollen: Aha, ich investiere wohl besser in besonders tierfreundliche Stallhaltungen oder eben ins RAUS-Programm.
Wie gesagt, es ist eher ein Wegweiser für investitionswillige Bäuerinnen und Bauern. Passieren tut eigentlich gegenüber dem heutigen Zustand nicht wahnsinnig viel. Es soll aber verhindern, dass es zu einer Verschlechterung kommt - eigentlich bloss das. Es ist also meines Erachtens eine relativ harmlose Geschichte. Es wäre ein Bekenntnis des Gesetzgebers für ein erhöhtes Tierwohl. Ihnen ist ja bestens bekannt, dass ich ein Tierfreund bin, der das Tierwohl eben sehr hochhält. Das geht vom in genügend Restwasser zappelnden Fisch bis zu den behornten Kühen und vielen anderen Viechern, die mir am Herzen liegen. Da geht es also von den Milchkühen bis zu den Mastpoulets, Zuchtebern und nicht säugenden Zuchtsauen. Das ist alles in dieser Statistik aufgeführt. Hier soll man noch ein bisschen zulegen. Es passiert nichts Weltbewegendes, aber, wie gesagt, es wäre ein schönes Signal des Gesetzgebers, dass ihm das Wohl der Tiere am Herzen liegt.