Stark Jakob · Ständerat · 2023-03-06
Stark Jakob · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-03-06
Wortprotokoll
Ich möchte in Ergänzung zum Votum des Präsidenten der WBK-S kurz zum Geschäft Stellung nehmen und Sie zuerst auf den Bericht "Positionierung Höhere Fachschulen" hinweisen, aus dem auch Kollege Michel zitiert hat.
Der Bericht wurde am 14. November 2022 veröffentlicht. Es ist übrigens etwa vier Jahre her, seit die ersten Vorstösse zu diesem Themenbereich eingereicht worden sind. Es ist also schon eine Weile her. Aus dem Fazit dieses Berichtes möchte ich zwei Sätze in Bezug auf die höheren Fachschulen zitieren: "In den Bereichen Sichtbarkeit, Bekanntheit und Ansehen in Gesellschaft und Wirtschaft besteht hingegen Verbesserungspotenzial, auch mit Blick auf die Bildungsentscheide der Jugendlichen (Sekundarstufe I) für die Berufsbildung." Dieses erste Zitat ist ganz wichtig: Wir brauchen an den höheren Fachschulen Abschlüsse, welche eine Ausstrahlungskraft haben - auch im Bereich der Berufswahl, auch im Bereich der Entscheidung, ob man an eine Mittelschule geht oder einen Beruf wählt. Zweites Zitat: "Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) schlägt vor, die grundlegende Systemdiskussion abzuschliessen und das Gesamtpaket an systemkonformen Massnahmen ab 2023 zusammen mit den Verbundpartnern der Berufsbildung weiterzuverfolgen und zu konkretisieren." Man kommt hier nicht weiter, es muss alles noch systemkonform sein.
Deshalb ist unsere Kommission zum Schluss gekommen, dass jemand bei der Frage nach der Verleihung der Titel "Professional Bachelor" und "Professional Master" einen Vorentscheid fällen muss. Diesen Vorentscheid müssen wir - mehrheitlich Laien auf diesem Gebiet - fällen, weil sich die Bildungsorganisationen in einem Konkurrenzkampf befinden. Selbstverständlich sind die Fachhochschulen dagegen, selbstverständlich sind die höheren Fachschulen dafür, auch die Universitäten sind dagegen. Da müsste ich als Universitätsabsolvent auch dagegen sein.
Wir müssen die Gesamtbedürfnisse anschauen, und wir haben hier alle schon von uns gegeben, dass wir die Berufsbildung fördern möchten. Ich habe den Bericht zitiert: Sie können die Berufsbildung mit Abschlüssen mit Ausstrahlungskraft fördern. Deshalb ist es wichtig, dass wir heute einen Vorentscheid fällen und diese Motion, die schon der Nationalrat unterstützt hat, auch unterstützen. Die Titel, die wir einführen wollen, geben den Abschlüssen der höheren Fachschulen jenen Wert, den sie haben.
Wir haben Post erhalten, auch aus dem Krankenpflegebereich. "Krankenpflegefachfrau", das ist heute der Ausdruck; mit diesem Titel möchten wir mehr Personal in die Spitäler und Heime locken - "Krankenpflegefachfrau". Wenn Sie hier die Titel "Professional Bachelor" und "Professional Master" einführen, ist das eine Aufwertung. Das wird der Ausbildung gerecht, und das verhindert auch, dass wir Fachhochschulabschlüsse propagieren müssen, die eigentlich gar nicht nötig sind.
Ich bitte Sie, ein Zeichen für die Berufsbildung zu setzen. Es ist ein Zeichen, das vertretbar ist, denn die verschiedenen Organisationen arbeiten intensiv an diesem System. Sie werden mit diesem Vorentscheid klug umgehen können.