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AB 317510

Bregy Philipp Matthias · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-03-15

Wortprotokoll

Danke für die Frage, Frau Funiciello. Ich habe mir soeben überlegt, wann ich das letzte Mal Ferien hatte: Es ist schon länger her, und es wäre wieder einmal an der Zeit. Das ist aber nicht die Frage, die wir hier in dieser Diskussion zu beantworten haben.

Die parlamentarische Initiative Hurni will, dass wir Artikel 329a Absatz 1 OR ändern: Wir erhöhen die Anzahl der Ferienwochen um eine Woche und somit für Leute über 20 Jahre auf fünf Wochen und für Leute unter 20 Jahren auf sechs Wochen. Ihre Kommission hat diese Frage am 2. Februar 2023 geprüft und mit 16 zu 8 Stimmen entschieden, dieser Initiative keine Folge zu geben. Eine Minderheit Funiciello - wir haben sie gehört - möchte der Initiative Folge geben.

Sie fragen sich vielleicht, warum wir der Initiative keine Folge geben möchten. Eine Woche mehr Ferien im Jahr ist ja schliesslich für alle interessant, für diejenigen, die hart arbeiten, und auch für diejenigen, die weniger hart arbeiten. Nur haben wir diese Frage bereits einmal vom Volk klären lassen, nämlich 2012: Damals ging es um eine Volksinitiative für sechs Wochen Ferien. Diese wurde mit 66,5 Prozent deutlich, quasi mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit, abgelehnt. Das Schweizervolk hat also klar und deutlich gesagt, wir wollen keinen gesetzlichen Anspruch auf mehr Ferien.

Zudem sieht die Mehrheit der Kommission hierin eine Vertragsfreiheit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden: Wer besonders attraktiv sein will, wer mehr leisten will, der kann diese Woche mehr Ferien gewähren. Eine Minderheit sieht - und das hat Herr Hurni hier ausgeführt - darin eine Chance, die arbeitsbedingten Krankheiten zu reduzieren. Das müsste aber voraussetzen, dass es nicht nur eine Woche mehr Ferien gäbe, sondern dass gleichzeitig auch die Arbeitsbelastung nicht steigen dürfte. Die Mehrheit Ihrer Kommission befürchtet aber, dass die Arbeitsbelastung mit mehr Ferien nicht sinkt, sondern während der Zeit, in der gearbeitet wird, eher steigt.

Zu guter Letzt: Früher haben sich die Leute auf die Arbeit konzentriert. Heute haben wir sehr viel Programm, links und rechts. Auch das verursacht Stress, und Ferien sind in der heutigen Zeit nicht per se einfach nur Erholung. Das wissen wir alle.

In diesem Sinne ist die Mehrheit der Kommission klar der Meinung, dass das der falsche Ansatz wäre. Wir wollen nicht in die Vertragsfreiheit eingreifen.

Wir bitten Sie, es der Kommission gleichzutun und, anstatt in die Ferien zu gehen, dieser Initiative keine Folge zu geben.

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