Teuscher Franziska · Nationalrat · 2003-03-20
Teuscher Franziska · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2003-03-20
Wortprotokoll
Herr Brunner hat gesagt, der Antrag der Minderheit Kunz liege völlig richtig. Ich sage, dieser Antrag liege völlig quer in der Landschaft. Wir müssen diesem Kredit von 125 Millionen Franken zustimmen, wenn wir all die Anstrengungen, die wir bis anhin im globalen Umweltschutz gemacht haben, weiterführen wollen. Denn wenn wir sie nicht in dem Ausmass weiterführen, wie wir sie begonnen haben, haben auch die bisher getätigten Investitionen wenig Sinn gemacht.
Gerade am heutigen Tag, denke ich, müsste auch die SVP sich überlegen, wo wir in Sicherheit investieren wollen. 1998 hat es mehr Flüchtlinge vor Umweltkatastrophen als Kriegsflüchtlinge gegeben, und von daher zeigt es sich, dass es ganz wichtig ist, dass wir die Umweltproblematik ernst nehmen und nicht mit egoistischen Interessen argumentieren, wie das Herr Brunner tut, wenn er sagt, angesichts der Bundesfinanzen könnten wir uns diese 125 Millionen Franken nicht leisten. Ich finde das eine sehr kurzsichtige Argumentation - eine Argumentation, die überhaupt nicht in Betracht zieht, dass Umweltprobleme eben nicht von heute auf morgen zu lösen sind, weil Umweltprobleme und globale Umweltprobleme im Speziellen sich über eine lange Zeit entwickelt haben. Hier braucht es die Solidarität der Schweiz, damit wir die Bestrebungen, die wir bereits begonnen haben, auch weiterführen können.
Aus meiner Sicht finde ich, wir müssten den Kredit eigentlich sogar noch aufstocken; die 125 Millionen Franken sind ein Minimum, um die bisher getätigten Arbeiten fortzuführen. Denn die Umweltprobleme haben leider in den letzten zehn Jahren nicht abgenommen, sondern haben sich verschärft.
Von daher beantragt Ihnen die grüne Fraktion, dem vollen Kredit von 125 Millionen Franken zuzustimmen und den Antrag der Minderheit Kunz abzulehnen, der nur 70 Millionen will, denn das ist kurzsichtige Politik.