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Graf Maya · Ständerat · 2023-06-08

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2023-06-08

Wortprotokoll

Ich vertrete hier die Minderheit der Kommission und eben auch die, wenn auch knappe, Mehrheit des Nationalrates.

Eingangs möchte ich Ihnen etwas zur Grundproblematik sagen. Wir sprechen heute nur deshalb über Kokosnüsse und über Affen, die diese zwangsweise von den Kokospalmen holen müssen, weil wir es bis heute noch nicht geschafft haben, bei Lebensmitteln, die aus tierquälerischer Produktion stammen, einfach konsequent eine gute, transparente Deklaration, und zwar über alles, hinzukriegen oder solche Lebensmittel zu verbieten. So lange werden wir uns hier auch mit solchen Vorstössen auseinandersetzen müssen. Ich bedauere das auch. Ich sage dann jeweils: Schauen Sie, wir sollten natürlich auch beim Einkaufen immer - immer! - im Kopf haben: "So, wie wir essen, sieht die Welt aus." Die Lebensmittelproduktion hat Einfluss auf die Umwelt und die Tierhaltung - und es geht diesen nicht gut.

So kommen wir zu dieser Problematik und zum Anliegen der Motion, die will, dass es eine Deklaration für Kokosprodukte gibt, die unter Einbezug von Affen produziert wurden, und zwar deshalb, weil diese tierquälerisch gehalten werden. Es gab Medienberichte darüber, und das wurde auch belegt, dass vor allem bei der Ernte von Kokosnüssen in Thailand junge Affen angekettet, gewaltsam trainiert und eben gezwungen werden, Kokosnüsse zu pflücken. Und aus diesen werden Kokosmilch, Kokosöl und andere[NB]Kokosprodukte[NB]hergestellt,[NB]und[NB]diese finden sich auch in der Schweiz.

Das ist aber nicht auf allen Kokosnussfarmen der Fall. Ich erwähne vielleicht noch die Länder, in denen das nicht der Fall ist, dann kann man sich beim Einkaufen ja auch auf diese Länder beschränken, wenn man unbedingt eine Kokosnuss und nicht einen Schweizer Apfel, was ja auch zu empfehlen wäre, kaufen will. In Brasilien, Kolumbien und auf Hawaii gibt es tierleidfreie Methoden. Es gibt auch schon[NB]Kokosbäume,[NB]die[NB]nicht[NB]so[NB]hoch sind, damit die Ernte leichter fällt. Ja, Sie sehen, ich habe ein halbes Studium dazu gemacht.

Kurz: Die Deklarationspflicht wäre sehr sinnvoll. Die Konsumentinnen und Konsumenten könnten sich wirklich auf jene Kokosprodukte konzentrieren, die mit keinem Tierleid in Verbindung stehen. Auch beim Kontrollaufwand liesse sich das Problem lösen: Für den internationalen Handel wird in Thailand, vor allem in Bangkok, zukünftig ein Code für Kokosprodukte vorgesehen. Die Rückverfolgbarkeit würde keinen nennenswerten Zusatzaufwand mit sich bringen, aber für die Konsumierenden hier in der Schweiz hätte dies einen grossen Nutzen. Diese Transparenz ist wichtig.

Diverse Grosshändler, auch in Deutschland, haben bereits auf die Problematik reagiert und von sich aus auf Kokosprodukte verzichtet und sie aus dem Sortiment genommen. Die Annahme der Motion führt dazu, dass die Grosshändler aufgefordert werden, die Kokosprodukte, die vorwiegend aus Thailand kommen, aus dem Sortiment zu nehmen, wenn tierquälerische Produktion dahintersteht.

In diesem Sinne bitte ich Sie, die Motion anzunehmen.