Lexipedia

Engler Stefan · Ständerat · 2023-09-13

Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-09-13

Wortprotokoll

Herr Kollege Stöckli, ich nehme diesen Ball gerne auf und möchte Ihnen dafür danken, dass Sie mit Ihrer Interpellation das Thema der beruflichen Integration von Menschen mit einer Behinderung aufgenommen haben. Ich bin Präsident von Caritas Graubünden. Auch die Caritas zählt das zu ihrem Aufgabenfeld, wie auch andere private Institutionen wie die Stiftung La Capriola in Graubünden.

Alle Institutionen, die sich mit der beruflichen Integration von Menschen mit einer Behinderung befassen, beschäftigen sich in der Praxis genau mit dieser Frage: Wie gelingt es uns am besten, Menschen mit einer Behinderung wieder oder erstmals in den Arbeitsmarkt zu bringen? Dass das das Ziel sein muss, dass das gesellschaftspolitisch, volkswirtschaftlich, aber auch für die betreffenden Personen ein wichtiges Anliegen ist, versteht sich von selbst.

Jetzt hat Kollege Stöckli zu Recht gesagt, es werde vonseiten der IV-Gesetzgebung und auch der Behörden viel dafür getan, diesen Leuten bei diesem Schritt in die oder zurück in die Arbeitswelt zu helfen. Das geschieht mit Coachings, mit Beratungen, mit Brückenangeboten usw. Wir stellen aber auch fest - auch das wurde ganz zu Recht gesagt -, dass auf der Seite der KMU eigentlich noch mehr wünschbar wäre.

Ich kenne viele Unternehmungen, die sehr viel Eigenverantwortung übernehmen und sehr viel Goodwill für dieses Anliegen haben. Es sind private KMU, aber auch halbstaatliche Institutionen. Man kann sagen, das sei deren soziale Verantwortung. Ich finde das auch. Ich meine, die staatlichen [PAGE 739] und halbstaatlichen Unternehmungen stehen hier in einer besonderen Pflicht. Aber auch sehr viele Private wären bereit, diesen Mehraufwand für die berufliche Integration von Menschen mit einer Behinderung zu erbringen. Sie lassen es sich auch etwas kosten.

Trotzdem zeigt die Praxis, dass noch vieles möglich wäre, wenn man die Arbeitgeber noch etwas stärker darin unterstützen würde. Es geht nicht nur um den Chef. Es geht auch um die Mitarbeitenden in diesen Unternehmungen, es geht darum, dass sie darauf eingestellt sind, mit einem Kollegen, einer Kollegin zusammenzuarbeiten, der oder die nicht über alle Möglichkeiten verfügt, die ein gesunder Mensch hat.

Ich hätte, anknüpfend an das Votum von Herrn Stöckli, den Wunsch an Sie, Herr Bundesrat, dass Sie Ihre klugen und tüchtigen Beamten einmal zu diesen Institutionen schicken und dass diese im Eins-zu-eins-Austausch in Erfahrung bringen, mit welchen auch kostengünstigen Massnahmen es uns gelingen könnte, hier noch etwas effektiver unterwegs zu sein. Vielen Dank dafür, dass Sie sich dieses Anliegens annehmen. Sollte ich wiedergewählt werden, würde ich das Vermächtnis von Kollege Stöckli in diesem Themenbereich gerne übernehmen.