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Salzmann Werner · Ständerat · 2023-09-14

Salzmann Werner · Ständerat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-09-14

Wortprotokoll

Zu meiner Interessenbindung: Ich bin Präsident des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten.

Gewächshäuser sind ein essenzieller Bestandteil der Schweizer Lebensmittelproduktion, und der sich wandelnde Konsum ändert auch die Anforderungen an die Produktion: hin zu mehr ökologischer Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität. Gewächshäuser sind für Tomaten, Gurken und Auberginen die beste Lösung, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Wie Kollegin Friedli ausgeführt hat, benötigen wir weniger Pflanzenschutzmittel, Wasser und Dünger, und die Energiestrategie, die wir in der Branche aufgegleist haben, zeigt, dass bis 2030 80 Prozent der Heizenergie aus nicht fossilen Brennstoffen stammen und wir bis 2040 100 Prozent erreichen werden.

Die Hürden für den Bau eines Gewächshauses sind in der Schweiz allerdings sehr hoch. Die vorliegende Motion von Nationalrat Heinz Siegenthaler bietet einen Lösungsansatz, um diese wichtige Investition in die Gemüseproduktion der Zukunft wieder tätigen zu können. Gewächshäuser für die Produktion von Lebensmitteln gehören in die Landwirtschaftszone, wie das Kollege Reichmuth auch ausgeführt hat, und sollen als Fruchtfolgefläche anerkannt werden. Dies wurde vom Nationalrat bereits bestätigt, und auch der überarbeitete Sachplan Fruchtfolgeflächen hält diese Möglichkeit offen, jedoch mit Vorbehalten. Durch den Erläuterungsbericht wird die Anrechenbarkeit von Gewächshausböden an die Fruchtfolgefläche aktuell in der Praxis aber verunmöglicht.

Ich lade Sie ein: In den Sektionen des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten finden jedes Jahr Tage der offenen Tür statt. Gehen Sie einmal in ein Gewächshaus, schauen Sie diese Böden an: Sie sind tadellos, und sie eignen sich auch nach Abriss des Gewächshauses absolut für den Anbau von Ackerkulturen. [PAGE 755]

Auch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) untersuchte im Auftrag des BAFU die Fruchtbarkeit und die Eigenschaften von Gewächshausböden. Die Studie kam zum Schluss, dass es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass die untersuchten Gewächshausböden mit Bodenproduktion generell von schlechterer Qualität seien als die entsprechenden Referenzflächen. Wir haben also die wissenschaftliche Bestätigung.

Und denken Sie - es ist ja nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen - an ein atomares Unglück: Die einzigen Lebensmittel, die bei einer Verseuchung gegessen werden können, sind die in den Gewächshäusern; alle anderen wären verseucht.

Also ich denke, dass wir einen richtigen Schritt machen, wenn wir hier zustimmen. Die Schweizer Gemüsebranche, die weitgehend nicht von Direktzahlungen abhängig ist, braucht die Investitionssicherheit für die Gemüseproduktion der Zukunft.

Deshalb bitte ich den Ständerat, dem Nationalrat zu folgen und der Motion Siegenthaler 17.3918 zuzustimmen.