Keller-Sutter Karin · Bundesrat · 2023-09-19
Keller-Sutter Karin · Bundesrat · St. Gallen · 2023-09-19
Wortprotokoll
Selbstverständlich sind wir bereit, hier eine offene Analyse zu machen. Sie sind ja selber Mitglied der Finanzkommission, und ich habe auch schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass aus Sicht des Bundes die Studie, die hier immer erwähnt wird, relativiert werden muss. Man muss auch andere Faktoren heranziehen.
Es ist halt einfach so, und man kann es nicht wegdiskutieren: Sowohl die Privatwirtschaft als auch der Bund haben einen Mangel an Fachkräften. Letztlich gibt es auch eine Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt um qualifizierte Personen. Ich habe in diesem Rat schon darauf hingewiesen, dass die Hälfte der Beschäftigten beim Bund in Monopolberufen arbeitet, also bei der Armee, in der Grenzsicherheit oder bei der Bundespolizei. Ich habe auch schon darauf hingewiesen - und das ist auch belegt -, dass Personen mit etwas geringeren Qualifikationen mehr verdienen als in der Privatwirtschaft, dass aber dort, wo der Wettbewerb gross ist und wo es um Fachkräfte geht - ich denke an den Finanzbereich oder auch an die Informatik -, der Bund oft nicht konkurrenzfähig ist. Wir werden das sicher aufzeigen.
Es beschäftigen uns aber auch noch andere Fragen, wie der automatische Lohnanstieg nach Qualifikation. Man kann sich fragen, ob es richtig ist, dass es bei guter oder sogar bei [PAGE 1744] ungenügender Qualifikation einen Lohnanstieg gibt, oder ob man eher, wie in der Privatwirtschaft, Lohnkarrieren vorsehen will. Auch diese Frage werden wir analysieren. Es wird also eine breite Berichterstattung geben.
Dann noch ein letztes Wort - ich möchte mich nicht zu lange fassen, Sie sollten ja um etwa 12.30 Uhr abstimmen -: Es gibt auch noch die Frage der Demografie. Ein grosser Teil der Arbeitskräfte, auch beim Bund, wird in den nächsten Jahren in Pension gehen. Das wird ebenfalls eine Herausforderung sein.