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Keller Peter · Nationalrat · 2023-09-21

Keller Peter · Nationalrat · Nidwalden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-09-21

Wortprotokoll

Unsere Minderheit schliesst sich der Meinung des Bundesrates an und empfiehlt Ihnen, dieses Postulat abzulehnen, aus zwei Gründen.

Der eine Grund ist: Wir haben in der Schweiz, und darüber sind wir glücklich, ein duales Bildungssystem. Wir lassen ja auch keine Gelegenheit aus, dieses duale Bildungssystem zu rühmen. Dann sollten wir diese zwei Wege auch respektieren. Es gibt nun einmal Unterschiede im dualen Bildungssystem, sonst müssten wir ja nicht mehr von einem dualen Bildungssystem reden. Der eine Weg geht über die Berufsbildung mit der Möglichkeit, sich dann weiterzubilden, eben auch an Fachhochschulen. Der andere Weg führt über die Matura an die Universitäten. Das Doktorat soll - das wäre eben einer der Unterschiede - vornehmlich den Universitäten vorbehalten sein. Das ist der eine Grund.

Der andere Grund ist: Abgesehen davon, handelt es sich bei diesem Postulat eigentlich um einen redundanten, also unnötigen Auftrag. Denn der Hochschulrat hat die Universitäten, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen bereits angewiesen, auf Doktoratsstufe solche partnerschaftlichen Kooperationsmöglichkeiten anzubieten. Wir haben also nicht die totale Separation, es gibt bereits solche Möglichkeiten. Und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gehört bereits zu den Schwerpunkten von[NB]Swissuniversities[NB]und[NB]auch[NB]der Schweizerischen Hochschulkonferenz. Im Rahmen der sogenannten projektgebundenen Beiträge 2021-2024 wurde bereits ein solches gesamtschweizerisches Kooperationsprogramm mit dem Titel "Mobilitätsförderung von Doktorierenden und Weiterentwicklung des 3. Zyklus" genehmigt.

Zum Programm gehören auch zwei Teilprojekte, die ausdrücklich die Kooperation zwischen Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen und Universitäten wie auch mit ausländischen Hochschulen fördern. Die Kooperationen sollen einerseits ermöglichen, dass Masterabsolventen der Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen einen Doktortitel erlangen können, und andererseits erlauben, dass sie dort, wo das in der Schweiz eher nicht möglich ist, die Doktoratsausbildung über die internationale Zusammenarbeit an ausländischen Universitäten absolvieren können.

Was verlangt nun dieses Postulat? Es verlangt eine Überprüfung dieser Kooperation. Genau diese Überprüfung wird das SBFI ohnehin vornehmen. Das ist Standard für alle Programme, bei denen projektgebundene Beiträge des Bundes im Spiel sind. Für das Kooperationsprogramm wird diese Überprüfung voraussichtlich 2025 der Fall sein. Die beiden erwähnten Teilprojekte werden bereits im laufenden Jahr von Swissuniversities bzw. durch unabhängige Experten einer Zwischenevaluation unterzogen.

Ich komme zum Fazit: Die im Postulat aufgeworfenen Fragen werden einerseits in die Zwischenevaluation von Swissuniversities und andererseits in die Schlussevaluation des SBFI einfliessen. Wollen wir also einen bereits laufenden Prozess noch mit einem Postulat garnieren?

Die Minderheit und der Bundesrat sind der Ansicht, dass das nicht nötig ist, und bitten Sie, dieses Postulat abzulehnen.

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