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Cassis Ignazio · Bundesrat · 2024-03-05

Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2024-03-05

Wortprotokoll

Mit der Motion soll der Bundesrat beauftragt werden, das Niederlassungsabkommen zwischen der Schweiz und dem Kaiserreich Persien zu kündigen.

Das Niederlassungsabkommen mit dem Iran, wie das frühere Kaiserreich heute heisst, trat am 2.[NB]Juli 1935 in Kraft, also vor bald hundert Jahren. Es hat einen breiten Anwendungsbereich. Es enthält nicht nur Bestimmungen über Personen, Familien und zum Erbrecht, sondern auch zu Niederlassungsfreiheiten, zum Vermögensschutz sowie zur Handels- und Gewerbefreiheit.

Dans le cadre de l'interpellation Imboden 22.4281, "Droits iranien et suisse de la famille. Quel est le droit applicable dans notre pays?", certaines questions en rapport avec la motion ont déjà été clarifiées. Pour rappel, l'interpellation portait sur la question de savoir si le droit de la famille iranien ou suisse était applicable en Suisse.

Il convient tout d'abord de préciser que la convention d'établissement ne s'applique pas aux doubles nationaux. En outre, l'applicabilité du droit iranien en Suisse sur la base de cet accord est soumise à la réserve de l'ordre public. Cela signifie que le droit étranger n'est pas appliqué s'il heurte de manière intolérable le sentiment juridique national et s'il ne respecte pas les prescriptions suisses fondamentales. C'est pourquoi, dans de tels cas, les tribunaux suisses limitent l'application du droit iranien en Suisse.

Der Ordre public ist wichtig. In der Praxis haben die schweizerischen Gerichte, gestützt auf diese Grundsätze, das iranische Recht z.[NB]B. nicht angewendet, wenn das Sorgerecht eines Kindes ohne konkrete Evaluation des Kindeswohles dem Vater zugestanden wäre.

Das EJPD und das EDA haben dem Bundesrat Ende letzten Jahres einen Bericht über die Relevanz des Abkommens und die rechtlichen und politischen Auswirkungen einer allfälligen Kündigung vorgelegt. Gestützt auf diesen Bericht, wurde das EJPD zusammen mit unserem Departement damit beauftragt, mit dem Iran Sondierungsgespräche über eine einvernehmliche teilweise oder vollständige Aufhebung des Abkommens zu führen. Erst nachdem diese Gespräche erfolgt sein werden, kann über das weitere Vorgehen entschieden werden, beispielsweise darüber, ob eine einseitige Kündigung des Abkommens gerechtfertigt ist.

Aus diplomatischen Überlegungen lehnt der Bundesrat eine plötzliche, einseitige Kündigung ab. Aus diesen Gründen empfiehlt Ihnen der Bundesrat die Motion zur Ablehnung.