Graf Maya · Ständerat · 2024-03-05
Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2024-03-05
Wortprotokoll
Ich möchte Sie einladen, der Standesinitiative des Kantons Freiburg dieses Mal Folge zu geben. Die Minderheitssprecherin, Frau Gapany, hat Ihnen ausführlich erklärt, worum es geht. In unserer Kommission haben wir uns ebenfalls ausführlich darüber unterhalten und auch viele Informationen dazu eingeholt.
Die Standesinitiative fordert, es seien Gesetzesbestimmungen zu erlassen, damit Gruppen von Gesundheitsfachpersonen umfassende Leistungen zugunsten von Patientengruppen in der OKP erbringen können. Diese Voraussetzung braucht es eben, damit uns innovative Projekte - wobei es nicht nur Projekte sind - wie das Freiburger Modell als Vorbild dienen können. Dieses hat fünfzehn Jahre lang sehr gut funktioniert, wie die pharmazeutische Betreuung, beispielsweise in den Pflegeheimen, verdeutlicht. 2018 musste das Modell aber leider eingestellt werden, weil die gesetzlichen Grundlagen nicht vorhanden waren. In diesem Beispiel haben Apothekerinnen und Apotheker in Zusammenarbeit mit vielen weiteren Gesundheitsfachpersonen den Einkauf und die Abgabe von verschiedenen Medikamenten für Bewohnende der Alters- und Pflegeheime verwaltet und somit die unnötige Übermedikation reduziert, die Behandlungsqualität verbessert und Kosten eingespart.
Wir sprechen schon seit vielen Jahren über eine koordinierte Gesundheitsversorgung, gerade auch im Alter, im letzten Abschnitt des Lebens. Diese Versorgung muss gestärkt werden. Hier haben wir nun die Möglichkeit dazu. Ich möchte Sie auch darauf hinweisen, dass wir heute mit einem Ja zum Antrag auf Folgegeben nur den ersten Schritt machen. Wir beschliessen damit noch keinen Inhalt, aber wir haben damit die Chance, dass diese Standesinitiative Freiburg zurück in die Fachkommission, in die SGK, kommt, wir sie dort allenfalls sistieren und auch auf die Arbeiten des Bundesrates zur parlamentarischen Initiative Roth Pasquier 20.457 warten können. Wir sind ja dort mitten in den Beratungen des zweiten Kostendämpfungspakets, wo wir uns um diese koordinierte Gesundheitsversorgung vor Ort kümmern. Das ist dann auch der Moment, um zu schauen, wie wir dieses Anliegen - diese gesetzlichen Grundlagen, die hier fehlen, das muss man zur Kenntnis nehmen - einbauen können.
Daher möchte ich Sie bitten, dieser Standesinitiative heute Folge zu geben. Es ist die erste Phase, wir haben uns damit noch gar nichts vergeben und können später auch noch anders entscheiden.