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Wasserfallen Flavia · Ständerat · 2024-03-14

Wasserfallen Flavia · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-03-14

Wortprotokoll

Der Schweizerische Fussballverband hat im Oktober 2022 seine Bewerbung für die Durchführung der Women's Euro 2025 bei der Uefa eingereicht. Die Kandidatur der Schweiz wurde bereits vor dem Vergabeentscheid vom Bundesrat ausdrücklich begrüsst und auch im Parlament thematisiert. Auch die Kantone und Gemeinden hatten sich schon im Vorfeld dazu positiv geäussert und Kredite gesprochen oder solche aufgegleist. Diese breite politische Unterstützung auf allen drei Staatsebenen, die aber sicher auch parteipolitisch sehr breit war, hat dazu beigetragen, dass sich die Schweiz gegen namhafte Konkurrenten durchgesetzt hat und im April 2023 von der Uefa den Zuschlag für die Durchführung der Euro 2025 erhalten hat.

Leider hat sich die Uefa viel Zeit für diesen Entscheid genommen und ihn hinausgezögert. Das hat jetzt alle Akteure vor grosse Herausforderungen gestellt, und umso wichtiger ist es, dass wir dort, wo wir die Möglichkeiten haben, so rasch wie möglich auf allen Ebenen die finanziellen Rahmenbedingungen für die Durchführung dieses Turniers klären. Dazu tragen wir jetzt auch mit der Behandlung dieser Kommissionsmotion Ihrer WBK bei.

Ihre Kommission hat dieses Thema vor einem Monat, am 15.[NB]Februar, traktandiert und ausgiebig diskutiert, weil der Bundesrat an seiner Sitzung vom 31.[NB]Januar beschlossen hatte, dass die Women's Euro mit lediglich 4 Millionen Franken unterstützt werden soll und dieser Betrag vollständig BASPO-intern kompensiert werden muss. Das Resultat der Diskussion in Ihrer Kommission und somit auch die Forderung, dass der Bundesrat diesen Entscheid korrigieren soll, liegt Ihnen mit der einstimmig angenommenen Kommissionsmotion vor.

Ich möchte mich beim Bundesrat für die sehr rasche Stellungnahme und damit auch für die Möglichkeit bedanken, die er damit gegeben hat, dass wir das Thema schon in dieser Session behandeln können.

Lassen Sie mich, bevor ich zu den Finanzen spreche, zuerst ein paar wichtige Fakten und Chancen rund um die Euro nennen, die in der Kommission zur Sprache gekommen sind. Die Euro wird am 2.[NB]Juli 2025 angepfiffen und dauert 25 Tage. 16 europäische Frauenfussballteams spielen um den Europameistertitel. Die Spiele finden in acht sogenannten Host Cities statt: in Basel, Zürich, Bern und Genf, aber auch in St.[NB]Gallen, Luzern, Sion und Thun. Sie wissen, dass diese acht Städte bereits die dafür ideale Infrastruktur haben. Erwartet werden rund 700[NB]000 Matchbesuchende, zu einem grossen Teil Familien aus der Schweiz, aber auch sport- und fussballinteressierte Besucherinnen und Besucher aus ganz Europa. Die Schweiz ist dafür ja auch optimal situiert.

Weiter werden, basierend auf den Erfahrungen der UEFA Women's Euro 2022, die in England stattfand, rund eine halbe Milliarde - eine halbe Milliarde! - TV-Zuschauerinnen aus der ganzen Welt erwartet.

Die Kommission konnte sich ausführlich darüber informieren und feststellen, dass die Schweiz die grösste frauenspezifische Grossveranstaltung Europas durchführen wird und damit für die Schweiz und die ganze Bevölkerung grosse Chancen verbunden sind. Ich werde darauf zurückkommen.

Nun komme ich zu den Finanzen: Für die Durchführung des Turniers haben der Schweizerische Fussballverband und die Uefa ein Joint Venture gegründet, die Women's Euro 2025 SA; dieses finanziert mit rund 122 Millionen Franken die Durchführung des Turniers. Dieser Betrag kommt aus Fernsehrechten, Sponsoring und Ticketeinnahmen zusammen. Dieser Betrag fliesst auch vollständig in das Turnier, die Uefa macht mit dieser SA keinen Gewinn. Zusätzlich haben Städte und Kantone bis zum heutigen Tag rund 65 Millionen Franken gesprochen. Diese Gelder der Host Cities und Kantone werden für Begleitanlässe, Rahmenaktivitäten, aber auch für die Mobilität und Verkehrsmassnahmen, Sicherheit, ökologische Nachhaltigkeit und schlussendlich auch für eigene Sportförderprojekte eingesetzt.

Nun komme ich zum Beitrag des Bundes: Der Bundesrat hat in seiner Mitteilung vom 4.[NB]April 2023 den Zuschlag für die Kandidatur des Schweizerischen Fussballverbands für die UEFA Women's Euro ausdrücklich begrüsst und den Grossanlass als Impuls für die Sportförderung auf allen Leistungsstufen beurteilt. Mit seinem Beschluss vom 31.[NB]Januar 2024 hat der Bundesrat das Ziel festgehalten, die Anzahl sportlich aktiver Mädchen und junger Frauen zu erhöhen und die Professionalisierung in den Strukturen des Frauenfussballs zu steigern.

Ihre Kommission wurde dahin gehend informiert, dass der Bund im Rahmen vorgängiger Diskussionen mit dem Schweizerischen Fussballverband, den Kantonen und gewissen betroffenen Städten immer von einer Bundesbeteiligung von 12 bis 15 Millionen Franken gesprochen hat. Ihre Kommission ist einhellig der Auffassung, dass dieser Betrag nun auch gesprochen werden soll - erstens, damit auch der Bund seinen Beitrag leistet, zweitens, weil sich Ihre Kommission überzeugt zeigt, dass die 15 Millionen Franken notwendig sind und sinnvoll eingesetzt werden können.

Dazu konnte auch die Verwaltung sehr konkrete Angaben machen. 5 Millionen Franken sollen für ein sogenanntes Kombiticket beigesteuert werden, damit die Matchbesuchenden möglichst mit dem öffentlichen Verkehr zu den Stadien reisen. Dieses Instrument hat sich bereits an der Euro 08 bewährt und wurde damals auch vom Bund mitfinanziert. [PAGE 240] Weitere 5 Millionen Franken sind für die Landeskommunikation einzusetzen, damit eben auch viele Gäste aus ganz Europa in die Schweiz kommen und unser Land sich als spannende und attraktive Reisedestination präsentieren und langfristig profitieren kann. Schlussendlich sollen 5 Millionen Franken in sogenannte Legacy-Projekte fliessen, damit all die begeisterten Mädchen und jungen Frauen, die heute schon Fussball spielen - und es werden täglich mehr, es ist die am schnellsten wachsende Sportart weltweit und in der Schweiz -, mit genügend Betreuungspersonen, d.[NB]h. Trainerinnen, Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen, ihren geliebten Sport unter guten Rahmenbedingungen, auch was die Sportinfrastruktur betrifft, ausüben können. Dazu gibt es bereits ein umfassendes Konzept. Die 13 Regionalverbände des Fussballverbands sind bereit, und das Geld würde wirklich gezielt in alle Regionen der Schweiz fliessen, auch in die Regionen ohne Host City und zu den Kindern im Breitensport, im Nachwuchs- wie auch im Leistungsbereich.

Nun hat Ihre Kommission die Unterstützung der Euro 25 nicht nur gesellschafts- und sportpolitisch betrachtet, sondern auch den finanziellen Aspekt ausführlich debattiert. Sie wissen ja, dass der aktuelle Präsident unserer Finanzkommission Mitglied der WBK ist. Die Kommission ist zum Schluss gekommen, eine Kompensation von mindestens 20 Prozent in den betroffenen Verwaltungseinheiten - dem Bundesamt für Sport, dem SECO und dem Bundesamt für Verkehr - zu fordern, so wie Sie das auch dem Wortlaut der Motion entnehmen können.

Gerne beantrage ich Ihnen aus den ausgeführten Gründen, wie das auch Ihre Kommission einstimmig beschlossen hat, die Kommissionsmotion anzunehmen.