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Schneider-Schneiter Elisabeth · Nationalrat · 2024-04-15

Schneider-Schneiter Elisabeth · Nationalrat · Basel-Landschaft · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2024-04-15

Wortprotokoll

"Die kommende Alterung drückt auf die Wirtschaftsleistung", titelte die "NZZ" im November 2019. "Demografie und Migration verändern die Welt", titelte die gleiche Zeitung im November 2022. Ja, die Bevölkerung macht in der Schweiz das Gleiche wie in anderen europäischen und anderen Ländern dieser Welt: Sie altert.

Im Jahr 2022 ist die Zahl der Beschäftigten und der Unternehmen erstmals seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011 zurückgegangen, dies bei historisch tiefer Arbeitslosigkeit. Ende 2021 waren in der Schweiz nahezu 1,7 Millionen Personen älter als 64 Jahre. Gemäss dem Referenzszenario des Bundesamtes für Statistik werden es Ende 2030 bereits mehr als 2 Millionen Leute sein. In mehr als der Hälfte aller Kantone leben bereits heute mehr Seniorinnen und Senioren als Jugendliche. Im Jahr 2030 wird dies in 23 Kantonen der Fall sein. Die Schweiz befindet sich aktuell am Anfang einer einschneidenden Veränderung der Bevölkerungsstruktur, die diverse Aspekte unserer Gesellschaft verändern wird.

Die demografische Entwicklung ist überdurchschnittlich gut prognostizierbar und quantifizierbar. Gleichzeitig führt sie zu fundamentalen Trendänderungen in verschiedenen Bereichen. Diese Ausgangslage muss zwingend genutzt werden, um eine fundierte Demografiestrategie auf Bundesebene zu entwickeln und die Bedeutung für die zentralen Querschnittthemen aufzuzeigen.

Wie erhalten wir unseren Generationenvertrag aufrecht? Das Verhältnis zwischen denen, die geben, und denen, die nehmen, kippt. Wer ersetzt die geburtenstarken Babyboomer als Arbeitskraft, als Steuerzahler, als Anleger? Wie sieht es mit der demografischen Entwicklung und dem Pflegebedarf aus? Haben wir noch genügend Betreuende? Haben wir genügend Ärzte? Was bedeutet das Schrumpfen der Weltbevölkerung in Bezug auf den Ressourcenbedarf? Ab wann brauchen wir statt mehr Schulen mehr Altersheime? Wo wohnen die Menschen künftig? Ziehen die Pensionierten in die Stadt, weil dort bessere Infrastrukturen vorhanden sind? Was heisst das für den Immobilienmarkt und die Raumplanung? Wie verändert Demografie die Welt und ihre Machtverhältnisse? Ein Beispiel: Afrika ist nicht nur Europas Nachbarkontinent, sondern auch die Weltregion mit dem stärksten Bevölkerungswachstum. Während heute 1,4 Milliarden Menschen auf dem Kontinent leben, dürften es 2050 mit 2,5 Milliarden etwa doppelt so viele sein. Was heisst das für die Schweiz? Was heisst das für die Welt? Auf alle diese Fragen braucht die Schweiz Antworten, um adäquat agieren zu können. Heute hat sie diese Antworten nicht.

Nicht zuletzt auch aufgrund der zu Recht debattierten Frage der Zuwanderung ist es von grosser Bedeutung, dass der Megatrend Demografie vom Bundesrat endlich mit der Ernsthaftigkeit angegangen wird, die das Thema verdient.

Besten Dank, wenn Sie dieser Motion zustimmen.