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Wandfluh Ernst · Nationalrat · 2024-06-03

Wandfluh Ernst · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-06-03

Wortprotokoll

Die Initiative fordert namentlich in den Bereichen Klimaveränderung, Biodiversitätsverlust, Wasserverbrauch, Bodennutzung sowie Stickstoff- und Phosphoreintrag, dass wir uns an die planetaren Grenzen halten. Da frage ich mich: Was sind eigentlich die planetaren Grenzen? Die Landwirtschaft wird wohl wieder als Erste in die Pflicht genommen werden.

Ich gehe auf den Biodiversitätsverlust ein: Die Landwirtschaft macht bereits heute sehr viel. Die Landwirtschaft müsste 7 Prozent des Kulturlandes als Biodiversitätsförderflächen bewirtschaften. Effektiv sind es 19 Prozent. Auch die Ziele bezüglich Qualität und Vernetzung, die der Bund vorgegeben hat, wurden übertroffen. Eine Biodiversitätskrise kann ich auch nicht erkennen. Gegenüber dem Bestand vor vierzig Jahren haben wir heute einen sehr guten Bestand an Störchen, Roten Milanen, Gänsegeiern, Luchsen, Bibern und Wölfen. Zur Zunahme der Waldfläche, wo man meinen könnte, das sei gut: Seit 1985 ist allein im Kanton Bern die Fläche des Waldes um etwa dreimal die Fläche des Thunersees gewachsen. Es gibt eine Studie der Universität Bern zur Alpwirtschaft, die besagt, dass die Alpwirtschaft die Pflanzenvitalität fördert. Deshalb ist die Bewirtschaftung der Alpen und der landwirtschaftlichen Nutzfläche so wichtig, und es ist richtig, dass die Wölfe strikt reguliert werden. Es ist bereits heute sehr schwierig, eine Alpstrasse oder eine zeitgemässe Scheune zu bauen, um die Bewirtschaftung auch in Zukunft sicherzustellen und die Biodiversität zu erhalten. Mit der Annahme der Initiative wird dies unmöglich werden.

Der Stickstoff- und Phosphoreintrag ist ein Problem aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Auch wenn heute die Düngungsnormen eingehalten werden, sind unsere Böden teilweise unterversorgt, was auch die Bodenproben belegen. Die Tiergesundheit leidet darunter massiv, als Allererstes die Fruchtbarkeit unserer Kühe.

Aber auch was die touristische Entwicklung angeht, sind solche Ideen gefährlich. Der Motor für die wirtschaftliche Entwicklung in Bergkantonen sind die Bergbahnen, und diese müssen sich weiterentwickeln können. Für sie brauchen wir Planungssicherheit und keine unklaren bürokratischen Initiativen.

Deshalb: Lehnen Sie die Initiative und den Gegenvorschlag ab!