Decurtins Walter · Nationalrat · 2003-06-02
Decurtins Walter · Nationalrat · Graubünden · Christlichdemokratische Fraktion · 2003-06-02
Wortprotokoll
Ich möchte es kurz machen. Ich glaube, die beste Lösung ist sicher, die Motion abzulehnen und das Postulat zu überweisen. Hier hat man jetzt verschiedene Sachen gehört. Ich hatte im Moment fast die Idee, man würde den Bin Laden bekämpfen oder sonst einen Terroristen. Da wurde von Heeren von Schafen und Kühen, die getötet worden sind, gesprochen. Wir sollten schon bei der Realität bleiben, das hat keinen Sinn. Was ist die Realität? Die Realität ist: Der Wolf ist in der Schweiz, der Wolf ist in Graubünden, der Wolf ist schon in meiner Gemeinde. Hier kann die Motion Maissen überhaupt nichts ausrichten. Wir haben den Wolf, wir müssen uns mit dem Wolf irgendwie arrangieren. Herr Dupraz sprach von "autogoal". Das stimmt genau, das ist ein Eigentor für die Schafhalter. Wenn wir jetzt die Konvention kündigen und aussteigen - bis jetzt hat der Bund 80 Prozent der Schäden und der Präventionsmassnahmen bezahlt, 20 Prozent der Kanton -, dann zahlt der Bund nicht mehr. Wer bezahlt dann?
Wir haben bei uns im September im Raume Brigels-Schlans-Trun-Andiast den ersten Wolf gesichtet; wir haben ihn einmal gesichtet, dann hat man monatelang nichts mehr gesehen. Im Frühling hat man anhand der Ausscheidungen festgestellt, dass jetzt auf einmal zwei Wölfe da waren, und zwar schon monatelang, wie man aufgrund der Analyse festgestellt hat. Es ist so, der Wolf ist schon da. Wir müssen uns arrangieren mit dem Wolf.
Es sind Märchen, die hier erzählt worden sind. Gut, das gehört auch dazu. Aber ich meine, die beste Lösung ist schon, [PAGE 746] das Postulat zu akzeptieren. Dass wir jetzt warten müssen, bis 50 Schafe gerissen sind, bis man den Wolf abschiessen kann, das geht zu weit. All diese Bedingungen vom Buwal gehen zu weit. Ich will keinen Wolf in der Schweiz, aber er fragt mich nicht, er ist schon hier.
Ich meine, die Motion abzulehnen und dann das Postulat zu akzeptieren, wäre die Lösung.