Brenzikofer Florence · Nationalrat · 2024-06-11
Brenzikofer Florence · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2024-06-11
Wortprotokoll
Seit Messbeginn hat die durchschnittliche Temperatur in der Schweiz um 2 Grad Celsius zugenommen. Der Anstieg in der Schweiz ist damit doppelt so hoch wie im globalen Mittel. Draussen lässt der Sommer noch auf sich warten, aber wir haben es die letzten beiden Jahre erlebt: Die Sommertage mit Maximaltemperaturen über 25 Grad haben zugenommen. Mit der Klimaerwärmung werden Hitzeperioden häufiger, sie dauern länger, und es wird heisser. In Städten und Agglomerationen ist die Hitzebelastung besonders gross, denn die vielen versiegelten Flächen absorbieren die Sonnenstrahlung und heizen die Umgebung auf. Versiegelte Flächen wie Strassen und Gebäude speichern die Wärme und geben sie nachts ab, was die Kühlung erschwert und zu Tropennächten führt.
Die Stadtplanung kann diesen sogenannten Hitzeinseleffekt reduzieren, indem sie den Aussenraum klimaangepasst gestaltet. Das entnehme ich übrigens der BAFU-Publikation "Hitze in Städten - Grundlage für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung" aus dem Jahr 2018. Das Wohlbefinden sowie die Arbeitsproduktivität sind an Hitzetagen stark beeinträchtigt. Aber auch die Tropennächte bergen gesundheitliche Risiken. Die Sterblichkeit war in den extrem heissen Sommermonaten der Jahre 2003 und 2015 nachweislich erhöht.
Der Bund übernimmt bereits heute die Koordinationsaufgabe bei der Anpassung an den Klimawandel und stellt beispielsweise in seinem Aktionsplan Best-Practice-Beispiele vor. Es ergibt jedoch Sinn, dass der Bund die Klimaanpassung in Städten auch finanziell unterstützt, wie er dies auch in anderen Klimaadaptionsbereichen tut. Denn der Bund unterstützt heute beim Hochwasserschutz, in der Wasserwirtschaft, beim Naturgefahrenmanagement, bei[NB]der[NB]landwirtschaftlichen[NB]Anpassung, im Bereich der Energieeffizienz. Doch im Bereich der Anpassung an den Klimawandel gibt es eine Lücke, welche diese Motion schliessen möchte.
Ganz konkret geht es um die Schaffung von schattenspendenden Plätzen und Wasserfontänen, um die Verbesserung der Kühltechnik in öffentlichen Gebäuden oder die Förderung nachhaltiger Bauweise. So wie heute die Klimaanpassung des Waldes oder der Landwirtschaft mitfinanziert wird, sollen auch die Städte, die am stärksten von Hitze betroffen sind, mitberücksichtigt werden. Die Autonomie der Städte und der Föderalismus bleiben gewahrt, denn selbstverständlich wäre das Beantragen von Geldern aus diesem Fonds freiwillig.
Vielen Dank für die Unterstützung meiner Motion.