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Sollberger Sandra · Nationalrat · 2024-06-13

Sollberger Sandra · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-06-13

Wortprotokoll

Mein Vorstoss hat ein klares Ziel: Die Berufsbildung soll attraktiver werden. Wir brauchen mehr Handwerker, mehr Praktiker in unserem Land. Fehlen die Lehrbetriebe, fehlen uns die Fachkräfte. Die duale Bildung funktioniert nur dann, wenn wir an der Basis, bei den Lernenden im Bereich der Berufslehre, ansetzen und dort die Weichen richtig stellen. Es reicht leider nicht, wenn wir die höhere Berufsbildung fördern. Das nützt nichts, wenn der Nachwuchs nicht da ist, und zwar der Nachwuchs aus der Praxis, der Nachwuchs aus den Betrieben. Deshalb poche ich so sehr auf eine Förderung der untersten Ebene. Es geht um Grundfertigkeit, sauberes Handwerk, Unternehmertum im Kleinen und die Freude an der gemachten Arbeit, an erfolgreichen Produkten und Dienstleistungen. Das sind die Trümpfe, die sich langfristig auszahlen werden. Es ist eine Investition in junge Menschen. Von dieser unteren Ebene kommen unsere Fachkräfte her, die wir so dringend brauchen. Dort müssen wir ansetzen.

Weiter möchte ich betonen - und da spreche ich aus der Erfahrung aus unserem Betrieb -, dass die Betreuung und die Ausbildung von Lernenden immer aufwendiger und herausfordernder und auch immer teurer werden. Auch die Ansprüche sind hoch, die administrativen Aufwände ebenfalls.

Lehrbetriebe müssen innovativ werden, innovativ sein, sei es mit höherem Lohn, mehr Ferien oder weiteren Goodies, um überhaupt Lernende zu finden und diese auch zu halten. Das stellt insbesondere das Gewerbe und KMU vor fast unlösbare Probleme, weil sie nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie Grossbetriebe. Das Ganze führt dann leider dazu, dass eben nicht nur Schülerinnen und Schüler fehlen, die sich beruflich ausbilden lassen wollen, sondern zunehmend auch gute Lehrbetriebe, die überhaupt bereit sind, Lernende auszubilden. Es gibt immer weniger Lehrbetriebe, die die Kosten und Mühen auf sich nehmen, Lernende auszubilden. Die fehlen uns danach.

Hier entgegenzuhalten ist mein Anliegen. Die Augen zu verschliessen ist für mich keine Option. Im Gegenteil, es ist der falsche Weg. Wir müssen da die Rahmenbedingungen anpassen, diese massiv verbessern. Ansonsten geht hier eine Schweizer Eigenheit, ein Trumpf im internationalen Wettbewerb verloren. Deshalb fordere ich vom Bundesrat, dass er weitere gezielte Unterstützungsmassnahmen für Lehrbetriebe einleitet.

Einige mögliche Stossrichtungen habe ich in meinem Vorstoss erwähnt, etwa Steuerabzüge, die Weiterentwicklung des Konzepts der Lehrbetriebsverbünde sowie regulatorische und administrative Erleichterungen. Der Bundesrat soll sich des Themas prioritär und strategisch annehmen.

Nichts zu tun ist für mich keine Option. Ansonsten verlieren wir diesen Standortvorteil. Unsere Berufsbildung braucht dringend eine Stärkung auf der untersten Ebene.

Tun wir etwas, unterstützen Sie meinen Vorstoss! Denn wenn uns die Lehrbetriebe fehlen, fehlen uns die Fachkräfte.