Germann Hannes · Ständerat · 2024-06-13
Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-06-13
Wortprotokoll
Erlauben Sie mir eine kurze Replik. Ich bin jetzt gespannt diesen Ausführungen der Kollegen Hurni und Maillard gefolgt. Aber was versprechen Sie sich davon, wenn der Bundesrat eine Stundenobergrenze pro Tag festlegt? Was hätte das für Auswirkungen auf das Gesundheitswesen? Ich meine immer zu hören, wir hätten einen Ärztemangel, insbesondere einen Hausärztemangel. Diese werden sich bei Ihnen bedanken, wenn sie den Rest der Patientinnen und Patienten um 17 Uhr nachhause schicken müssen oder die Option haben, diese gratis zu behandeln.
Herr Kollege Maillard, das passiert heute schon. Denken Sie mal an die Spitex oder an die Psychiatrie. Die Psychiatrie erbringt ihre Leistungen nicht immer stationär, sondern auch dezentral. Und die einen Versicherungen sagen: Für den Weg entschädigen wir fünf Minuten pauschal. Wenn man aber durch ganz Zürich fahren oder sich bewegen muss, schafft man das nie in fünf Minuten. Bei der Spitex ist es dasselbe. Sie erbringt wertvollste Leistungen in der Stadt und auf dem Land. Und wem sollen die Angestellten den Weg verrechnen? Der Patient oder die Patientin sagt: Sie war eine Viertelstunde bei mir. Das trägt sie auch korrekt ein. Aber danach gibt es ja wieder eine Weiterfahrt. Und wem soll sie diese verrechnen?
Sie sehen es, mit diesem System begeben Sie sich in eine bürokratische Gefangenschaft. Es hört dann wirklich nie mehr auf. Und vielleicht hätte man halt in der Westschweiz bei diesen krassen Fällen, die Sie als Beispiele gebracht haben, auch einmal etwas genauer hinschauen müssen. Ich weiss nicht, ob es an der Politik oder an den Kassen liegt oder an wem auch immer. Aber das geht doch nicht an. Wenn Sie so eine lausige Qualität haben, wundert es mich nicht, dass Ihre Kosten und Ihre Prämien so hoch sind. Entschuldigung für diese Direktheit, aber Sie haben mich mit Ihren Voten schon etwas herausgefordert.