Weichelt Manuela · Nationalrat · 2024-09-11
Weichelt Manuela · Nationalrat · Zug · Grüne Fraktion · 2024-09-11
Wortprotokoll
Fleisch, Zucker, Tabak sind drei Substanzen, die die grössten medizinischen Probleme verursachen und die der Bund weiterhin unterstützt. Wir haben ein grundlegendes Problem, wir haben ernsthafte Zielkonflikte zwischen den sektoriellen Bundespolitiken. Zielkonflikte zu haben ist normal. Nicht normal ist es aber, Zielkonflikte nicht transparent darzulegen, nicht über sie zu sprechen und Entscheidungen in einem Sektor zu treffen, ohne das Problem, das die Massnahme in anderen Sektoren verursacht, erkannt zu haben oder erkennen zu wollen.
So werden wir demnächst beispielsweise über eine Erweiterung des Autobahnnetzes abstimmen. Kein Wort wird dabei über die Gesundheitsrisiken gesagt, die durch die Zunahme von Mikropartikeln verursacht werden. Übrigens: Es ist vielleicht an der Zeit, zu sagen, dass Elektroautos durch den Abrieb von Bremsen, Reifen und Fahrbahn genauso viele Mikropartikel ausstossen wie andere Autos. Mit der unglaublichen Zunahme von Grösse, Gewicht und Motorisierung der Autos wird die Menge dieser Mikropartikel noch weiter steigen. Studien zeigen eindeutig, dass sie direkt die Luftröhre, die Lunge, aber auch das Herz und die Gefässe beeinträchtigen. Und gleichzeitig reiben wir uns die Augen, wenn unsere Prämien steigen.
Der Zusammenhang zwischen Zucker, Übergewicht und anderen Krankheiten ist uns längst bekannt. Trotzdem subventionieren wir den Zuckerrübenanbau. Und auch da staunen wir, dass dann unsere Krankenkassenprämien steigen. Ich glaube, eine schizophrenere Politik können wir hier drin nicht machen.
In seiner Stellungnahme verweist der Bundesrat auf Sektor- oder Einzelberichte, die zum Beispiel zeigen, dass die intensive Landwirtschaft eine echte Gefahr für die unterirdischen Trinkwasserressourcen darstellt. Diese Information ist wichtig, aber sie findet keinen Niederschlag in der Agrarpolitik. Ein minimaler erster Schritt wäre es, erstmals aufzuzeigen, wo die Bundespolitik im Widerspruch zur[NB]Gesundheitsförderung[NB]steht.[NB]Eine[NB]einfache, ehrliche Zusammenfassung, ein einfacher, ehrlicher Bericht, das wäre das Mindeste. Aber nicht einmal dazu ist der Bundesrat bereit - schade.
Besten Dank, wenn Sie die Bereitschaft haben, das Postulat zu unterstützen, damit wir einen Bericht erhalten.