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Marti Samira · Nationalrat · 2024-12-19

Marti Samira · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-12-19

Wortprotokoll

Die SP-Fraktion unterstützt die Vorlage ebenfalls mit Nachdruck und wird entsprechend darauf eintreten. Leistungen für Hilfe und Betreuung zuhause sollen über die Ergänzungsleistungen finanziert werden können.

Wir stehen in den nächsten Jahrzehnten vor massiven Herausforderungen. Der demografische Wandel wirft im Bereich der Betreuung im Alter grosse Fragen auf, wofür wir heute noch nicht ausreichend Antworten entwickelt haben. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) prognostiziert, dass wir bei einer unveränderten Versorgungspolitik im Jahr 2040 54[NB]335 zusätzliche Langzeitbetten benötigen werden. Bei rund sechzig Betten pro Heim sprechen wir hier von tausend zusätzlichen Heimen, die bis 2040 gebaut werden müssten. Das sind unglaubliche Herausforderungen und auch Kosten, die auf uns zukommen werden.

Wir wissen aber auch, dass laut Bundesamt für Statistik rund ein Drittel der Personen in Alters- und Pflegeheimen weniger als eine Stunde Pflege benötigt. Ein markanter Teil der in Heimen lebenden Personen braucht also vor allem eines: Hilfe und Betreuung im Alltag. Für viele Betroffene ist der Umzug ins Heim denn auch keine freiwillige Entscheidung, sondern das Resultat der Umstände und auch der fehlenden Alternativen. Entsprechend wichtig ist diese Vorlage.

Die Hilfe und Betreuung zuhause im Alter muss zwingend gestärkt werden, nicht nur mit Blick auf die Prognosen, die ich Ihnen ausgeführt habe, sondern auch für mehr Selbstbestimmung der betroffenen Personen im Alter. Wer zuhause bleiben kann und will, soll dies auch tun können. Indem Hilfe und Betreuung über die Ergänzungsleistungen finanziert werden, wird die soziale Teilhabe der unterstützungsbedürftigen Menschen gestärkt. Das hilft auch dabei, soziale Krisen, Rückzug, Einsamkeit und Verwahrlosung zu verhindern und Heimeintritte zu verzögern. Zudem kann damit auch ein wichtiger Beitrag zur Entlastung der Angehörigen geleistet werden. Die Vorlage schliesst also auch einen Teil der Betreuungslücke, die viele ältere Menschen und ihre Angehörigen heute belastet.

Wir bitten Sie, auf die Vorlage einzutreten.