Wyss Sarah · Nationalrat · 2025-05-07
Wyss Sarah · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-05-07
Wortprotokoll
Es freut mich, dieses wichtige Postulat unserer ehemaligen Ratskollegin Sandra Locher Benguerel vertreten zu dürfen. Sie wissen es: Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz hat ein besorgniserregendes Ausmass erreicht. Gesellschaftliche und globale Krisen, gepaart mit wachsendem Leistungsdruck, hinterlassen deutliche Spuren und treffen auf ein psychosoziales Versorgungssystem, das vielerorts schlicht überfordert ist. Die Folge sind lange Wartezeiten für dringend benötigte psychologische und psychiatrische Unterstützung. Parallel dazu nimmt die Zahl junger Menschen zu, die aufgrund psychischer Erkrankungen eine IV-Rente beziehen müssen. Das dürfen wir in der Politik nicht so hinnehmen. Das Postulat fordert keinen Aktionismus, sondern eine längst überfällige systematische Analyse der gesetzlichen Grundlagen, das Aufdecken von Versorgungslücken sowie die Prüfung möglicher tariflicher Anreize, um die psychosoziale Versorgung langfristig und flächendeckend zu stärken.
Der vom Postulat geforderte Bericht des Bundesrates wäre ein wichtiger Schritt dahin, gezielte und wirksame Massnahmen zu entwickeln, gerade auch, weil die Kompetenzen hier [PAGE 673] aus Föderalismusgründen geteilt sind und die Verantwortung häufig von Kanton zu Bund oder von Bund zu Kanton hin und her geschoben wird. Im Übrigen fordert das Postulat nicht die Übernahme irgendwelcher Kosten, sondern lediglich eine Analyse. Ich bin davon überzeugt, dass dies auch für die Kantone und Gemeinden wichtig wäre, damit sie ihrer Aufgabe gemäss KVG nachkommen könnten, nämlich die Versorgungssicherheit ihrer Bevölkerung, wozu auch Kinder und Jugendliche zählen, zu gewährleisten.
Ich bitte Sie deshalb, dieses Postulat zu unterstützen. Mitunterzeichnet wurde das Postulat im Übrigen von Mitgliedern der Mitte-, der FDP-, der GLP- und der Grünen Fraktion.