Silberschmidt Andri · Nationalrat · 2025-05-07
Silberschmidt Andri · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2025-05-07
Wortprotokoll
Es ist uns allen bekannt: Die Gesundheitskosten steigen, wir werden alle älter, die Innovation im Gesundheitswesen hat auch ihren Preis. Aber es gelingt uns bei diesen steigenden Kosten noch zu wenig, die Versorgungsqualität über die verschiedenen Leistungserbringer hinweg optimal zu koordinieren. Dabei wissen wir: Der Schlüssel zur Entlastung sowohl der Patientinnen und Patienten als auch der Prämienzahlerinnen und Prämienzahler liegt in einer besser koordinierten Versorgung. Eine bessere Versorgung soll insbesondere auch dank einer funktionierenden Digitalisierung möglich sein. Ich erinnere daran, dass wir im Vergleich zu anderen Ländern, die dank der Digitalisierung hier schon viel weiter sind, nach wie vor kein gut funktionierendes elektronisches Patientendossier haben.
Meine Motion verfolgt ein klares Ziel: Wir wollen Anreize setzen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Spezialistinnen, Spitälern, Pflegefachpersonen und weiteren Gesundheitsakteuren, dies mit einem gezielten strukturellen Anstoss über die sogenannten koordinierten Versorgungsnetze. Diese existieren heute bereits, es sind leider aber noch viel zu wenige. Es geht bei diesem Vorstoss nicht um ein Gegeneinander, sondern um ein Miteinander. Die Motion greift bewusst nicht in medizinische Entscheide ein. Sie will keine Einschränkungen bei der Wahl der Behandlungen, und sie richtet sich auch nicht gegen einzelne Gruppen im Gesundheitswesen. Im Gegenteil: Sie anerkennt, dass eine koordinierte Versorgung nur gelingt, wenn alle Beteiligten, inklusive Spitäler und Ärztinnen und Ärzte, in ein partnerschaftliches Netzwerk eingebunden sind.
Warum ist das so wichtig? Studien zeigen, dass in gut koordinierten Versorgungssystemen weniger Doppelspurigkeiten und Fehlbehandlungen auftreten. Die Qualität steigt, und dadurch sinken auch die Kosten. Gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder mehreren Diagnosen bedeutet das eine spürbare Verbesserung im Alltag - weniger Wege, klarere Zuständigkeiten, mehr Sicherheit.
Die Motion beauftragt den Bundesrat deshalb, die gesetzliche Grundlage zu schaffen, damit koordinierte Versorgungsmodelle finanziell und organisatorisch besser gefördert werden können. Das umfasst unter anderem integrierte Budgets, gemeinsame Zielvorgaben, klare Governance-Strukturen, kurz: funktionierende Netze statt isolierter Inseln. Die Motion 23.4175 ist deshalb ein Angebot, ein Angebot an alle Leistungserbringer, an die Versicherungen, an die öffentliche Hand, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für Qualität und Effizienz sowie für die Zukunft unseres Gesundheitswesens.
Der Nationalrat hat bereits die Motion Hegglin Peter 23.4088 angenommen, welche in eine ähnliche Richtung geht, und ich würde mir wünschen, dass Sie auch diese Motion unterstützen, um ein klares Zeichen für mehr koordinierte Versorgung zu setzen.