Keller-Sutter Karin · Bundesrat · 2025-06-04
Keller-Sutter Karin · Bundesrat · St. Gallen · 2025-06-04
Wortprotokoll
La présente motion touche un sujet important. Le plurilinguisme est un aspect essentiel de l'identité de la Suisse. Il est un atout au niveau international. Le Conseil fédéral ne conteste nullement ces faits. Néanmoins, au nom du Conseil fédéral, je vous prie de suivre la minorité de votre commission et de rejeter la motion.
Englisch stellt auf internationaler Ebene heute die Lingua franca dar. Die grosse Mehrheit der internationalen Verhandlungen, Gespräche, Treffen und informellen Kontakte findet auf Englisch statt. Herr Paganini hat gerade Beispiele dafür gebracht. Er hat gesagt, ich könnte dann mit der dänischen Ministerpräsidentin und der EU-Aussenbeauftragten nicht mehr Englisch reden. Ja, in der EU sind Deutsch, Französisch und Italienisch auch Amtssprachen. Ich habe mit Frau Frederiksen und mit Frau Kallas aber auf Englisch gesprochen. Wenn man den Wortlaut der Motion umsetzen würde, dann dürfte ich das nicht mehr. Es ist absurd, dass man den direkten Zugang, den man hat, wenn man die gleiche Sprache beherrscht, nicht mehr soll nutzen können. Mir fällt spontan ein Treffen ein mit dem ehemaligen EU-Kommissar Paolo Gentiloni. Herr Gentiloni und ich beherrschen Amtssprachen der Schweiz, aber es waren auch Mitarbeiter am Tisch, und deshalb haben wir Englisch gesprochen. Das wäre nicht mehr möglich. Aufgrund meiner Erfahrung - ich habe jetzt ein paar Jahre Erfahrung auf der internationalen Ebene - weiss ich: Wenn man mit diesen Leuten direkt sprechen kann, dann erreicht man einfach auch mehr. Im Finanzbereich ist das ganz prominent der Fall: Nur auf Englisch werden unsere Argumente von den allermeisten Partnern direkt und nicht nur teilweise oder indirekt über eine Übersetzung wahrgenommen.
Sie wissen, unser Land fördert, wenn immer möglich, die französische Sprache im internationalen Bereich. Der Bundesrat erachtet das Anliegen insofern als erfüllt, als wir immer dort, wo wir können, selbstverständlich auch die Amtssprachen der Schweiz berücksichtigen. Wie darüber hinaus eine Umsetzung genau aussehen könnte, bleibt unklar. Wäre das in einem Gesetz oder in einer Weisung festgehalten?
Einer der Beweggründe für die Motion scheint der Entscheid zu sein, dass kommende Länderexamen der Schweiz durch die Financial Action Task Force (FATF) in Englisch durchzuführen sind. Hierzu muss man sagen, dass die stark betroffenen Behörden, die MROS beispielsweise, das SIF und[NB]auch[NB]die Finma - Herr Addor hat zwar das BJ und die Bundesanwaltschaft genannt -, für Englisch waren. Übrigens arbeiten dort nicht vorwiegend Mitarbeitende französischer, sondern in der Regel Mitarbeitende deutscher Muttersprache - wie ich es auch bin -, für die Englisch auch eine Fremdsprache ist.
Ich möchte Sie bitten, die Motion abzulehnen. Die heutige Praxis ist pragmatisch und hat sich bewährt.