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AB 359553

Gmür-Schönenberger Andrea · Ständerat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-06-18

Wortprotokoll

Ich erlaube mir eine kurze persönliche Replik zum Votum von Kollege Jositsch.

J'apporterai aussi une petite réponse à la minorité de la commission et à celles et ceux qui soutiennent l'initiative.

Herr Jositsch hat sich heute Morgen wahrlich zum Scharfschützen entwickelt, auch wenn er komplett am Ziel vorbeischoss. Ich bin auch sehr dankbar, dass Sie jetzt wieder im Rat sind und das Schlachtfeld nicht verlassen haben, bevor [PAGE 655] die Schlacht geschlagen wurde, denn sonst hätte ich Ihnen noch Fahnenflucht unterstellen müssen, lieber Herr Kollege.

Ich muss sagen: Ihre normalerweise bestechende Logik war heute Morgen ziemlich einfach gestrickt - eine wirklich einfach gestrickte Logik. Sie bringen alles durcheinander. Ich habe nicht verstanden: Wollen Sie jetzt eine Wehrpflicht für Frauen, wie es sie in Israel gibt? Da wäre ich bei Ihnen. Ich war auch beeindruckt, als ich in Tel Aviv mitverfolgen konnte, wie Frauen und Männer gleichermassen in der Armee Dienst leisten. Ich bin überzeugt, es wäre gesellschaftspolitisch eine Riesenchance. Es ist auch nicht verwunderlich, dass in Israel bedeutend mehr junge Frauen in der Start-up-Szene präsent sind als in der Schweiz oder überhaupt weltweit. Ich glaube, da hätten wir Nachholbedarf. Da bin ich bei Ihnen, und ich kämpfe sehr gerne an Ihrer Seite für eine Wehrpflicht für Frauen. Ich bin aber überzeugt, dass die Zeit dafür noch nicht reif ist.

Ich bin auch nicht unglücklich, wenn ich so in die Geschichte eingehe, selbst wenn die Leute dann über meine Voten lachen. Aber ich glaube, es ist ja nicht schlecht, wenn man hie und da auch über sich selber lacht.

Aber jetzt wieder zu den ernsten Dingen: Sie bringen die Wehrpflicht für Frauen einerseits und die Dienstpflicht für Frauen und Männer andererseits durcheinander. Soll künftig der Pfadi-Einsatz dann als Service citoyen abgebucht werden, ebenso wie alle Einsätze dieser toll engagierten jungen Menschen? Es gibt nicht nur die Pfadi, sondern es gibt auch Jungwacht und Blauring. Ich will jetzt nicht auch noch von meinen eigenen Kindern sprechen, denn wir sind hier nicht im Familienrat. Aber ich glaube, wir müssen uns fragen, wie das gehandhabt würde. Sie haben gesagt, gewisse Leute sollten dann drei Wochen hingehen, andere zehn Wochen oder ich weiss auch nicht wie lange. Wie wollen Sie das überhaupt umsetzen?

Ich finde, diese Dienstpflicht für alle löst das grosse Problem, das die Armee hat, nicht. Das grosse Problem ist die Alimentierung. Heute Nachmittag haben Sie die Möglichkeit, eine Sicherheitsdienstpflicht zu unterstützen, denn wir haben sonst keine Chance dazu. Wenn wir aber den Frauenanteil in der Armee erhöhen wollen, dann ist der erste Schritt, und da bin ich froh um Ihre Unterstützung, der obligatorische Orientierungstag. So können die Frauen auch mal hingehen und sich das anschauen und anhören. Damit, glaube ich, werden wir einen grösseren Anteil an Frauen bekommen, und wir wissen alle: Gemischte Teams funktionieren bedeutend besser, nicht nur in der Privatwirtschaft, sondern auch in der Armee. Also ich schätze es sehr, wenn wir künftig wieder gemeinsam für eine Sache kämpfen können, vor allem aber auch, wenn Sie nicht mehr alle Dinge durcheinanderbringen, Herr Kollege.

J'aimerais encore adresser une remarque à la minorité de la commission. Nous avons beaucoup de respect et beaucoup d'estime pour les initiants et les initiantes qui veulent vraiment fournir un service à la société, un service au pays. Nous avons discuté et essayé de proposer un contre-projet. Or, comme nous ne pouvons pas résoudre le problème de l'alimentation en effectifs, comme nous étions clairement d'avis que l'armée serait plutôt affaiblie, et aussi à cause des coûts et de l'économie privée, nous avons malheureusement dit non, même si nous aimons bien que ces jeunes soient engagés, restent engagés et fassent de la politique.

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