Masshardt Nadine · Nationalrat · 2025-06-18
Masshardt Nadine · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-06-18
Wortprotokoll
Das Bundesamt für Umwelt publizierte vor knapp zwei Wochen einen Bericht zu den Risiken des Klimawandels in der Schweiz bis im Jahr 2060. In der dazugehörigen Medienmitteilung stand: "Der Klimawandel birgt immer mehr Risiken für die Menschen und die Natur." Das sind leider keine überraschenden Neuigkeiten, aber wir lesen diese Fakten einmal mehr schwarz auf weiss.
Die Wissenschaft hat uns die Folgen des Klimawandels schon wiederholt und nachdrücklich aufgezeigt, und diese Folgen spüren wir. Leider wird der Klimawandel an immer mehr Orten konkret spürbar. Diese Folgen lassen zudem erahnen, was uns erwartet, wenn wir nichts oder wenn wir zu wenig tun: Die Städte werden heisser, das Wasser knapper, die Böden trockener, und die menschliche Gesundheit und die Biodiversität leiden. Wir haben es bereits gehört, das Alpenland Schweiz erwärmt sich doppelt so stark wie der weltweite Durchschnitt.
Der Wille der Bevölkerung beim Klimaschutz ist klar. Mit der deutlichen Annahme des Klima- und Innovationsgesetzes wurde das Netto-null-Ziel bis 2050 demokratisch beschlossen. Dieses Ziel soll auch mit Investitionen erreicht werden, genau wie es die vorliegende Initiative will. Es ist an unserer Generation, unseren Nachkommen eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen. Denn wenn wir heute nicht in den Klimaschutz investieren, dann werden die Kosten in Zukunft noch viel höher ausfallen.
Die aktuelle weltpolitische Lage führt uns ebenso vor Augen, dass der Klimawandel untrennbar mit der Energieversorgung verbunden ist. 80 Prozent der Emissionen stammen aus fossiler Energie. Wir sind heute noch immer von Öl- und Gaslieferungen von Autokraten abhängig. Spätestens seit dem brutalen Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine ist klar, dass wir von fossilen Energien unabhängiger werden müssen. So gaben wir in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 8 Milliarden Franken pro Jahr für Gas und Öl im Ausland aus. Dieses Geld investieren wir doch viel besser hier bei uns und kurbeln hier die lokale Wirtschaft und die Energiewende an.
Die Klimafonds-Initiative verlangt grosse öffentliche Investitionen in klimaschützende Massnahmen. Mitfinanziert werden sollen unter anderem fossilfreie Heizungen, Gebäudesanierungen, ein Aufbau der Infrastruktur für elektrische[NB]Autos[NB]und[NB]Weiterbildungen für nachhaltige und zukunftsfähige Jobs. Diese staatlichen Mittel lösen dann wiederum private Investitionen aus. Der Klimafonds ist also ein Anschub, und er ist auch sozial gerecht, weil er Menschen mit kleineren Einkommen den Zugang zu klimafreundlicheren Technologien ermöglicht. All diese Investitionen wiederum stärken die Versorgungssicherheit. Zudem bedeutet Klimaschutz immer auch Schutz der Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels. Auch finanzpolitisch macht das Sinn, denn auch wenn Klimaschutz kostet, sind Massnahmen, die heute ergriffen werden, sehr viel kostengünstiger, als später zu handeln und für die Folgen des Klimawandels aufzukommen. Die Klimafinanzierung ist also vor allem auch eine Zukunftsinvestition.
Vielen Dank fürs Unterstützen der Initiative.