Friedl Claudia · Nationalrat · 2025-06-18
Friedl Claudia · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-06-18
Wortprotokoll
Ich stelle fest: In der aktuellen geopolitischen Lage rückt die Klimakrise für viele in den Hintergrund, und das ist fatal, denn, da sind sich heute alle seriösen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einig, der Klimawandel ist die wohl grösste Gefahr für die Menschheit. Und was tun wir hier im Parlament? Viel zu oft tun wir viel zu wenig viel zu langsam. Dabei wissen wir genau, was droht: Hitzewellen, Überschwemmungen, Hungersnöte, Bergstürze, Energiekrisen, Konflikte um Ressourcen, neue Migrationsbewegungen. Dies alles bedeutet Kosten in Milliardenhöhe. Je länger wir zuwarten, desto gravierender und teurer werden die Folgen. Das ist eine schlichte ökonomische Wahrheit. Je schneller wir handeln, desto weniger hoch ist der Preis, den wir bezahlen müssen. Die Kosten sind unausweichlich. Der ökologische Umbau kostet Geld.[NB]Aber[NB]es[NB]handelt[NB]sich um Investitionen - Investitionen in eine lebenswerte, generationengerechte und innovative Zukunft.
Die Klimafonds-Initiative ermöglicht, was jetzt notwendig ist: massive öffentliche Investitionen, jährlich zwischen 3,5 und 7 Milliarden Franken, in Gebäudesanierungen, fossilfreie Heizsysteme, Solaranlagen, öffentlichen Verkehr und die Förderung der Biodiversität. So schaffen wir nicht nur Klimaschutz, sondern auch nachhaltige Arbeitsplätze in allen Regionen der Schweiz, in allen Sektoren. Diese Initiative schafft Perspektiven. Sie fördert Umschulungen und Weiterbildungen, damit niemand zurückgelassen wird und wir die dringend benötigten Fachkräfte für die ökologische Transformation haben. Das ist echte Klimagerechtigkeit. Die Initiative ermöglicht es zudem, dass die Schweiz unabhängig von fossilen Energieimporten wird. Heute ist die Schweiz in einem enormen Ausmass von Öl-, Gas- und Uranlieferungen aus autokratischen Regimen abhängig. Mit erneuerbaren Energien aus der Schweiz sichern wir unsere Energiesouveränität und die eigene Infrastruktur.
Die Klimafonds-Initiative ist das Jahrhundertprojekt unserer Generation. So wie frühere Generationen die AHV, die ETH oder die Neat ermöglicht haben, ist es heute an uns, den [PAGE 1201] ökologischen Umbau sozial gerecht zu gestalten, und zwar mit Weitsicht, Entschlossenheit und Mut.
Es geht hier nicht nur um Solarpanels und Wärmepumpen. Es geht um nicht weniger als das gute Leben für alle. Es geht um eine Schweiz, die in der Lage ist, ihre Verantwortung wahrzunehmen, ökologisch, sozial und ökonomisch, eine Schweiz, die nicht spart, wo es Investitionen braucht, eine Schweiz, die ihre Zukunft nicht den Launen der Ölautokraten überlässt. Die Klimawende gelingt nicht durch Appelle an individuelle Verantwortung. Sie gelingt durch eine starke öffentliche Infrastruktur, durch gemeinsames Planen und durch Investitionen, durch entschlossenes Handeln. Genau das ermöglicht diese Initiative.
Sagen Sie deshalb Ja zur Klimafonds-Initiative.