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Wasserfallen Flavia · Ständerat · 2025-09-08

Wasserfallen Flavia · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-09-08

Wortprotokoll

Es ist jetzt in dieser Vorlage, die auch noch andere Massnahmen vorsieht, genau bei diesem umstrittenen Punkt der Titelzusätze eine Diskussion entflammt. Ich kann mich den Voten der Vorredner Stark und Würth anschliessen, kann aber nicht den gleichen Enthusiasmus an den Tag legen. Denn es ist richtig: Nur Sonntagsreden zu halten und den Stolz auf unser duales Bildungssystem auszudrücken, genügt nicht, wenn man dann keine Taten folgen lässt. Von daher kann ich die Einführung der Titelzusätze sehr klar unterstützen.

Ich werde auch der Mehrheit folgen, die noch eine weitere Differenzierung vorsieht, weil ich sie als gerechter und logischer empfinde. Aber weil meine Vorredner einen Ausblick gemacht haben, wie es weitergehen könnte, oder gesagt haben, welches die Herausforderungen in der Berufslehre sind, möchte ich trotzdem noch erwähnen, dass wir, wenn wir die höhere Berufsbildung jetzt mit diesen Titelzusätzen stärken wollen, nicht ganz ausser Acht lassen dürfen, was darunter, in der Berufslehre, passiert. Hören wir denjenigen zu, die uns sagen, was dort passiert. Da dürfen wir zur Kenntnis nehmen, dass Lernende aus der ganzen Schweiz eine Petition mit über 170[NB]000 Unterschriften eingereicht haben und mehr Ferien fordern. Es gibt eine Ungerechtigkeit in der betrieblichen Berufslehre, die ein gesetzlich festgelegtes Maximum von fünf Wochen kennt, während demgegenüber die Fachmittelschulen dreizehn Wochen vorsehen. Oder wir stellen auch fest, dass Umfragen bei über 45[NB]000 Lernenden an den Tag bringen, dass eine Mehrheit während der Lehre psychische Probleme hat oder Belastungen erlebt. Wir sehen eine Abbruchrate von 25 Prozent.

Vor diesem Hintergrund möchte ich an Sie appellieren, dass wir beim nächsten Schritt, bei dem es dann vielleicht um Kosten oder um konkretere Massnahmen für die Stärkung der Berufslehre geht, die der höheren Berufsbildung vorangeht, dann auch Gehör für die Anliegen der jungen Menschen haben, auf die wir ja so stolz sind und denen wir den Eintritt in das Berufsleben auch möglichst erleichtern wollen.