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Cassis Ignazio · Bundesrat · 2025-09-15

Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2025-09-15

Wortprotokoll

Der Multilateralismus ist ein Pfeiler unserer Aussenpolitik; die Schweiz profitiert von ihm. Dieser Multilateralismus steckt heute in einer Vertrauenskrise, ausgelöst durch gesellschaftliche Veränderungen, geopolitische Spannungen und den Rückzug wichtiger Mitgliedstaaten, allen voran der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Rückzug hat konkrete und direkte Folgen, insbesondere in Genf, dem zweiten Hauptsitz der Vereinten Nationen auf der Welt. Das internationale Genf ist ein Gewinn für die [PAGE 1523] Schweiz und ein strategisches Instrument für das Land. Es ist ein Schaufenster unserer Aussenpolitik und ein weltweit einzigartiger Ort des Dialoges. Das internationale Genf ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der 1 Prozent zum schweizerischen Bruttoinlandprodukt beiträgt. Der Bundesrat will für die Schweiz als Gaststaat besondere Anstrengungen unternehmen - neben ihrer Rolle als Mitgliedstaat von internationalen Organisationen und Geberstaat.

Das internationale Genf soll in diesen turbulenten Zeiten kompetitiv bleiben, denn die Konkurrenz schläft nicht. In den letzten Monaten haben Beitragskürzungen von Mitgliedstaaten zu Liquiditätsengpässen geführt. Gleichzeitig hat sich der globale Wettbewerb um internationale Organisationen deutlich verschärft. Es lauert die Gefahr, dass gewisse Organisationen aus Genf wegziehen; ich komme auf diesen Punkt zurück. Der Bund und der Kanton Genf arbeiten koordiniert zusammen, um den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses Ökosystems zu gewährleisten. In diesem Sinne begrüsse ich die Gründung einer Stiftung für die Anpassung des internationalen Genf, der Fondation pour l'adaptation de la Genève internationale (Fagi), durch den Kanton Genf und die Hans-Wilsdorf-Stiftung.

Der Bundesrat hat am 20.[NB]Juni dieses Jahres ein dringliches Massnahmenpaket zur Stärkung des internationalen Genf für dieses Jahr, 2025, und für nächstes Jahr, 2026, ebenso verabschiedet wie die Botschaft über die Schweiz als Gaststaat für die Periode 2026-2029. Diese Massnahmen umfassen folgende Elemente:

À court terme, c'est-à-dire cette année et l'année prochaine, un programme de mesures urgentes de 83 millions de francs pour soutenir les organisations en difficulté, notamment en raison de la diminution des contributions attendues.

À moyen terme, c'est-à-dire de 2026 à 2029, le crédit-cadre pour la stratégie d'État hôte d'environ 110 millions de francs, afin de préserver l'attractivité de Genève face à une concurrence internationale de plus en plus vive. L'objectif est d'éviter des départs d'organisations vers d'autres villes aux coûts moindres.

À long terme, c'est-à-dire de 2027 à 2029, un programme extraordinaire d'investissements immobiliers de 78 millions de francs, soit 26 millions par année entre 2027 et 2029, car la qualité des infrastructures est à la fois une condition essentielle d'accueil, mais également une carte de visite pour la Suisse.

Le message comprend quatre champs d'action visant à renforcer notre rôle d'État hôte[NB]: l'accueil, l'infrastructure, les partenariats et la gouvernance des nouvelles technologies. Lors du traitement du message, la Commission des finances a recommandé de diminuer les montants demandés. Cette position n'a pas été suivie par la Commission de politique extérieure, ce que je salue. Ces financements sont d'autant plus importants que la crise que traverse la Genève internationale est exacerbée par les efforts d'autres pays, y compris les pays voisins, pour attirer chez eux des organisations basées à Genève. De plus, certains États du Golfe se positionnent proactivement pour offrir leurs bons offices ou encore, pour accueillir des conférences internationales.

Die beantragten Beträge verschaffen uns ein wichtiges Druckmittel in den Verhandlungen, die wir derzeit mit zahlreichen Organisationen führen. Eine Kürzung um einen Teil der Mittel kann zur Folge haben, dass bestimmte Organisationen ihren Sitz oder ihre Abteilungen verlegen. Das ist bereits bei Unicef der Fall, das Genf verlässt und nach Rom umzieht.

Einige argumentieren, dass Genf mehr bezahlen sollte. Doch der Kanton Genf steuert ebenso wichtige Mittel bei. Er hat kürzlich die Fondation pour l'adaptation de la Genève internationale gegründet. Mit einem Anfangsbetrag von insgesamt 50 Millionen Franken soll die Stiftung während fünf Jahren zur Stärkung des Gaststaates beitragen. Diese Unterstützung des internationalen Genf erfolgt in enger Kooperation mit dem Bund.

Schliesslich möchte ich betonen, dass Investitionen in das internationale Genf dem gesamten Land zugutekommen, wie viele von Ihnen ebenfalls gesagt haben. Die Direktinvestitionen des EDA für den Gaststaat in den letzten vier Jahren werden auf rund 750 Millionen Franken geschätzt, also auf etwas weniger als 190 Millionen Franken pro Jahr. Im Vergleich dazu trägt das internationale Genf jährlich mit rund 4 Milliarden Franken zum BIP bei, also zwanzigmal mehr.

D'autres cantons profitent donc également de la Genève internationale. Les exemples sont nombreux[NB]; on peut mentionner les négociations sur la Libye en 2021 dans le canton de Vaud, des discussions de paix sur Chypre en Valais en 2017, des discussions sur le Yémen dans le canton de Berne en 2023.

Sulla base di tutte queste considerazioni, in nome del Consiglio federale vi invito pertanto a sostenere questo messaggio approvando il decreto federale.

[VS]