Brizzi Simona · Nationalrat · 2025-09-18
Brizzi Simona · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-09-18
Wortprotokoll
Im Nachgang zur Extra-muros-Sitzung vom 15.[NB]und 16.[NB]Mai dieses Jahres in Genf hat die WBK-N einstimmig die Einreichung dieses Kommissionspostulates beschlossen. Das Postulat fordert den Bundesrat auf, im Rahmen der BFI-Botschaft 2029-2032 einen Bericht vorzulegen, der aufzeigt, wie wissenschaftliche und technologische Herausforderungen in den Bereichen Wissenserwerb, Wissensnutzung und internationale Förderung von Schweizer Know-how gezielt angegangen und angepackt werden können.
Das Postulat beinhaltet Forderungen in drei Bereichen:
1.[NB]Beim Wissenserwerb soll dargelegt werden, wie Exzellenz in der Forschung und Lehre durch nationale Investitionen und Teilnahme an internationalen Spitzenforschungsprogrammen unter Berücksichtigung des künftigen Bedarfs im Bereich BFI gesichert werden kann.
2.[NB]Bei der Wissensnutzung soll ein stärkerer Einbezug des Privatsektors angestrebt werden, um das in der Schweiz generierte Wissen optimal als Motor für Wachstum, Beschäftigung und Export zu nutzen. Wussten Sie, dass 70 Prozent der Forschungsausgaben aus der Privatwirtschaft stammen? Schweizer Unternehmen investieren jedes Jahr 7 Milliarden [PAGE 1664] Franken im Ausland. Dieses Potenzial müssen wir besser im Inland nutzen und halten. Ein besonderes Augenmerk soll auch auf fördernde Rahmenbedingungen für Start-ups gelegt werden. Wir sind gut im Gründen von Start-ups, aber schlecht, was deren Wachsen betrifft. Viele Firmen verlassen die Schweiz in der Scale-up-Phase, weil die guten Rahmenbedingungen fehlen.
3.[NB]Bei der Förderung des Schweizer Know-hows spielt auch die Wissenschaftsdiplomatie eine wichtige Rolle. Die Schweiz ist hier mit dem Cern, Swissnex, der 2019 gegründeten Stiftung Gesda und seit 2021 mit einer Sondervertretung für Wissenschaftsdiplomatie in der Bundesverwaltung aktiv. Diese Initiativen zeigen einen klaren politischen Willen, allerdings fehlt bislang eine übergreifende Strategie.
Der Bundesrat beantragt Ablehnung des Postulates und weist in seiner Antwort auf zwei Vorstösse aus den Jahren 2024 und 2025 hin. Bei diesen geht es aber nur um Teilaspekte des vorliegenden Postulates. Es braucht aber[NB]eine[NB]Gesamtsicht und eine Strategie über die drei skizzierten Bereiche. Die Schweiz lebt von Wissen. Ohne internationale Vernetzung, Forschungsprogramme und Zugang zu den besten Köpfen, Netzwerken und Technologien kommen wir nicht viel weiter; wir brauchen diesen Zugang. Nur wenn wir vorausschauend investieren, sichern wir die Exzellenz und den Spitzenplatz der Schweiz als Innovationsstandort. Es braucht eine Gesamtsicht und eine klare Strategie, um den Bildungs-, Forschungs- und Innovationsstandort nachhaltig zu stärken. Eine gezielte internationale Positionierung des Schweizer Know-hows, die Einbindung des Privatsektors und fördernde Rahmenbedingungen für Start-ups sind entscheidend, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Schweiz zu erhalten und langfristig zu stärken.
Die WBK-N bittet Sie, das Postulat anzunehmen.