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Blunschy Dominik · Nationalrat · 2025-09-23

Blunschy Dominik · Nationalrat · Schwyz · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-09-23

Wortprotokoll

Die Mitte-Fraktion unterstützt die Revision des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes. Mit dem neuen Artikel 25a schaffen wir eine klare gesetzliche Grundlage für praxisintegrierte Bachelorstudiengänge an Fachhochschulen (FH) im Mint-Bereich und setzen damit ein seit fast zehn Jahren erprobtes Modell dauerhaft um. Warum sagen wir Ja dazu?

1.[NB]Bewährtes wird verstetigt. Das Pibs-Modell wurde seit 2015 pilotiert und mehrfach evaluiert. Die Wirkungsanalyse 2023 hält fest: hohe Zufriedenheit bei Unternehmen, Fachhochschulen und Studierenden, gesteigerte Praxisorientierung sowie ein erhöhter Frauenanteil bei ausbleibenden negativen Effekten auf das Bildungssystem. Das Pibs-Modell trägt nachweislich zur Fachkräftesicherung auf betrieblicher Ebene bei, denn rund die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen bleibt nach dem Abschluss beim ausbildenden Betrieb.

2.[NB]Die Anpassung ist zielgenau und begrenzt. Das Pibs-Modell bleibt ein Nischenangebot. 2022 entfielen lediglich rund 2 bis 3 Prozent der Neueintritte in Mint-FH-Studiengänge auf Pibs. Die Zahl der Studienplätze hängt vom Engagement der Unternehmen ab. Zentral ist die enge Verzahnung: 40 Prozent Praxisanteil im Betrieb, validiert durch die FH, und ein vierjähriger Ausbildungsvertrag zwischen Unternehmen und Studierenden. Dieses Setting fördert die Beschäftigungsfähigkeit, ohne Lehrstellen zu verdrängen; genau dies wurde im Pilotprojekt eng verfolgt.

3.[NB]Das Modell sorgt für Rechtssicherheit und klare Zuständigkeiten. Der neue Artikel 25a regelt, dass Fachhochschulen im Mint-Bereich vierjährige Bachelorstudiengänge mit integrierter Praxis anbieten können. Prüfungsfrei zugelassen werden können Inhaberinnen und Inhaber einer Berufsmaturität ohne einschlägige berufliche Grundbildung sowie Inhaberinnen und Inhaber einer gymnasialen Maturität. Der Hochschulrat bestimmt die zugelassenen Studiengänge, präzisiert Zulassungs- und Studiengestaltung und verankert eine regelmässige Evaluation. Zusätzlich wird die Bezeichnung der Rektorinnen- und Rektorenkonferenz im Gesetz redaktionell aktualisiert.

4.[NB]Die Anpassung ist breit abgestützt. Das Projekt wurde von der Schweizerischen Hochschulkonferenz eng begleitet. Die Vernehmlassung ergab eine mehrheitlich positive Aufnahme. Wirtschaft und Hochschulen haben das Modell mitentwickelt; die Kooperation ist gelebte Praxis.

Zu den Vorbehalten der Minderheit: Das Pibs-Modell ist kein Angriff auf die Berufsbildung und darf keiner sein. Das obligatorische Praxisjahr wird nicht abgeschafft, sondern ins Studium integriert; die Gesamtdauer beträgt weiterhin vier Jahre. Es gibt keine Hinweise auf Verdrängungseffekte. Die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems wird in unseren Augen gestärkt, ohne dass die Wege der höheren Berufsbildung unterlaufen werden. Die Unternehmen sitzen bewusst im "driver's seat" und tragen Verantwortung für Ausbildungsinhalte und -qualität.

Als Mitte setzen wir auf Subsidiarität, Praxisnähe und Verlässlichkeit. Wir eröffnen jungen Menschen und Betrieben einen zusätzlichen, klar geregelten Weg, um Mint-Kompetenzen aufzubauen, punktgenau dort, wo sie gebraucht werden. Zugleich sichern wir die Qualität, über den Hochschulrat und über regelmässige Evaluationen. Wir erwarten vom Bundesrat und vom Hochschulrat eine transparente Berichterstattung über Wirkung und allfälligen Anpassungsbedarf und halten fest: Eine Ausweitung über Mint hinaus wäre nur auf Basis neuer Evidenz zu prüfen.

Im Ergebnis ist diese Revision eine massvolle, pragmatische Antwort auf den Fachkräftebedarf - ohne Systembrüche, mit klarem Nutzen für Studierende, Unternehmen und unseren Innovationsstandort.

Die Mitte-Fraktion bittet Sie daher um Eintreten und Zustimmung. [PAGE 1759]